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Private Internet Access im Test

7.5/10

Günstig, bewährt und mit strikter No-Log-Politik

:

    Niedrigster Preis:

    1.99€ / pro Monat

    Funktioniert mit:

    Malte Dreher

    Veröffentlicht: 10/03/2026

    Letzte Aktualisierung: 10/03/2026

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    Unabhängig getestet. Lies wie.

    Private Internet Access ist in den USA einer der bekanntesten VPN-Dienste, in Deutschland aber überraschend wenig verbreitet. Dabei bietet PIA einiges, was die Konkurrenz in dieser Preisklasse nicht hat: vollständig quelloffene Apps, eine No-Logs-Politik, die mehrfach unabhängig geprüft und vor Gericht bestätigt wurde, und eines der größten Servernetzwerke der Branche.

    Trotzdem solltest du vor dem Kauf die Schwächen kennen. Wir haben PIA mehrere Wochen im Alltag getestet und zeigen dir, wo der Anbieter überzeugt und wo nicht.

    Das Wichtigste in Kürze

    35.000+
    Server
    91
    Länder
    Geräte

    Vorteile

    No-Logs-Politik, dreimal von Deloitte geprüft und zweimal vor Gericht bestätigt
    Vollständig quelloffene Apps auf allen Plattformen
    Unbegrenzte Geräte gleichzeitig mit einem Abo
    Netflix US/UK, Amazon Prime Video und BBC iPlayer entsperrbar

    Nachteile

    Firmensitz in den USA (Five-Eyes-Land)
    Geschwindigkeit auf entfernten Servern spürbar langsamer
    Fazit: PIA ist das VPN für Nutzer, die Datenschutz ernst nehmen und nicht viel ausgeben wollen. Drei Deloitte-Audits, Open-Source-Code und unbegrenzte Geräte machen PIA zum Preis-Leistungs-Tipp für technisch versierte Nutzer. Wer vor allem deutsche Streaming-Dienste im Ausland nutzen will, ist bei der Konkurrenz besser aufgehoben.
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    Was ist Private Internet Access? Anbieter im Überblick

    Private Internet Access wurde 2010 in den USA gegründet und gehört seit 2019 zu Kape Technologies. Kape besitzt auch ExpressVPN, CyberGhost (im DACH-Raum lange der beliebteste VPN-Anbieter) und ZenMate sowie die Bewertungsportale vpnMentor und Wizcase. Wer Tests auf diesen Seiten liest, sollte das wissen. Kapes Vorgängerfirma Crossrider hatte bis 2018 mit Adware zu tun. Die heutige Geschäftsführung hat mit dem alten Management nichts mehr zu tun.

    Was zählt, sind PIAs eigene Nachweise: drei Deloitte-Audits (2022, 2024, 2025), Open-Source-Apps auf GitHub, vierteljährliche Transparenzberichte und zwei Gerichtsverfahren, in denen keine Nutzerdaten existierten. Kein anderer VPN-Anbieter hat seine No-Logs-Politik so oft und so öffentlich unter Beweis gestellt. Bleibt die Frage, was PIA konkret kostet.

    Preise und Abos: Was kostet PIA VPN?

    PIA verzichtet auf abgestufte Leistungspakete, und das ist erfrischend. Kein „Basic”, kein „Plus”, kein „Ultimate mit Extra-Features für 3 € mehr”. Egal welchen Tarif du wählst, du bekommst immer den vollen Funktionsumfang: unbegrenzte Geräte, alle Server, WireGuard und OpenVPN, den MACE-Werbeblocker und den Kill Switch. Der einzige Unterschied ist die Laufzeit.

    TarifPreis / MonatGesamtkostenErsparnis
    1 Monat11,69 €11,69 €
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    Der 2-Jahres-Tarif ist der mit Abstand beste Deal und einer der günstigsten auf dem gesamten VPN-Markt. Zum Vergleich: NordVPN kostet im günstigsten Tarif rund 3,49 € pro Monat, Surfshark liegt bei etwa 2,19 €. Für unter 2 € bekommst du bei PIA einen Anbieter mit geprüfter No-Logs-Politik, Open-Source-Code und unbegrenzten Geräten. Diese Kombination gibt es sonst nirgends.

    Achtung: Verlängerungspreis

    Was viele Testberichte weglassen: Nach Ablauf der Erstlaufzeit verlängert sich das Abo automatisch zum regulären Jahrespreis von rund 52 € (ca. 4,33 € pro Monat). Das ist immer noch fair, aber mehr als doppelt so viel wie der Einstiegspreis. Und genau darauf setzen die Anbieter. Unser Tipp: Kalendererinnerung setzen, rechtzeitig kündigen, bei Bedarf als Neukunde zum Aktionspreis wieder einsteigen. Das klingt umständlich, spart aber über 30 € im Jahr.

    Kostenlos testen und anonym bezahlen

    Auf iOS und Android gibt es eine 7-tägige kostenlose Testversion über den jeweiligen App Store. Für alle anderen Geräte greift die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie, die in unserem Test reibungslos funktioniert hat. Bezahlt wird per Kreditkarte, PayPal oder Amazon Pay. Sofortüberweisung und Giropay werden aktuell nicht angeboten, was für deutsche Nutzer ohne Kreditkarte oder PayPal-Konto ein Umweg ist. Wer komplett anonym bleiben will, kann mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen bezahlen. PIA übernimmt dann sogar die Umsatzsteuer, sodass keine Postleitzahl oder andere persönliche Daten nötig sind.

    Sicherheit und Datenschutz: Wie sicher ist PIA wirklich?

    Protokolle und Verschlüsselung

    PIA bietet WireGuard und OpenVPN als Protokolle an. Bei OpenVPN kannst du zwischen AES-128 und AES-256 wählen, bei WireGuard ist ChaCha20 fest integriert. Außerdem an Bord:

    • Kill Switch: auch als erweiterte Variante, die ohne aktive VPN-Verbindung jeglichen Traffic blockiert
    • Split-Tunneling: wähle, welche Apps durch den Tunnel laufen und welche nicht
    • DNS-Leak-Schutz, IPv6-Leak-Schutz und WebRTC-Leak-Schutz: in unseren Tests traten keine Leaks auf

    RAM-only-Server und No-Logs-Nachweise

    Das gesamte Servernetzwerk läuft auf RAM-only-Hardware ohne Festplatten. Bei jedem Neustart werden alle Daten gelöscht. Selbst wenn ein Server physisch beschlagnahmt würde, gäbe es nichts auszulesen. Genau das ist bereits passiert: Als russische Behörden 2016 einen PIA-Server beschlagnahmten, fanden sie nichts. In zwei US-Gerichtsverfahren (2016 und 2018) forderte das FBI Verbindungsdaten an. PIA konnte nichts liefern, weil nichts existierte. Das ist nicht bloß ein Versprechen auf einer Website. Das sind Gerichtsakten.

    Die No-Logs-Politik wurde dreimal von Deloitte geprüft (2022, 2024, 2025). PIA veröffentlicht außerdem vierteljährliche Transparenzberichte, in denen dokumentiert wird, wie viele Behördenanfragen eingegangen sind und dass in keinem Fall Daten herausgegeben wurden.

    MACE-Werbeblocker: Was er kann und was nicht

    Der integrierte Werbeblocker MACE filtert Tracker und schädliche Domains auf DNS-Ebene. MACE blockiert Anfragen an bekannte Werbe-, Tracking- und Malware-Domains, bevor sie geladen werden, und nutzt dafür regelmäßig aktualisierte öffentliche Blocklisten. In unserem Test entfernte MACE nahezu alle Werbung auf Nachrichtenseiten wie Spiegel Online und Zeit.de und blockierte auf uTorrent mehrere aufdringliche Popups.

    Einschränkungen:

    • YouTube-Ads, Facebook-Werbung und Twitch werden nicht erfasst
    • Eine Whitelist-Funktion für einzelne Domains fehlt
    • Auf der Google-Play-Version der Android-App ist MACE nicht verfügbar, weil Google DNS-basierte Werbeblocker in Play-Store-Apps einschränkt. Wer MACE auf Android nutzen will, muss die APK direkt von PIAs Website herunterladen

    Trotz dieser Grenzen gehört MACE zu den besseren integrierten VPN-Werbeblockern. Nur sollte man sich keine Illusionen machen: Einen dedizierten Adblocker wie uBlock Origin ersetzt MACE nicht. Als nettes Extra obendrauf taugt es aber durchaus.

    MultiHop und Obfuscation

    PIA bietet eine MultiHop-Funktion, die den Traffic über einen Proxy-Server leitet, bevor er den eigentlichen VPN-Server erreicht. Du kannst zwischen Shadowsocks und SOCKS5 wählen. Shadowsocks verschlüsselt den Traffic zusätzlich und tarnt ihn als normalen HTTPS-Datenverkehr, sodass weder dein ISP noch ein Netzwerkadministrator erkennen kann, dass du ein VPN nutzt. Die Proxy-Server stehen in mehreren Ländern, darunter USA, UK, Schweiz, Niederlande, Kanada und Japan.

    Screenshot

    Im Vergleich zu einem klassischen Double-VPN (wie NordVPNs Lösung mit zwei VPN-Servern) hat PIAs Proxy-basierter Ansatz. Für die meisten Nutzer reicht das aus. Wer maximale Anonymität braucht, sollte sich Proton VPNs Secure-Core-Server ansehen.

    Schwachpunkt: US-Firmensitz

    Der Schwachpunkt bleibt der US-Firmensitz mitten im Five-Eyes-Gebiet. Für deutsche Nutzer, die mit der DSGVO den weltweit strengsten Datenschutzstandard gewohnt sind, fühlt sich ein US-Anbieter instinktiv falsch an. In der Praxis hat sich der Standort bisher nicht ausgewirkt. PIA unterliegt keiner US-Vorratsdatenspeicherung, und wo keine Daten existieren, kann auch kein CLOUD Act etwas erzwingen. Wer trotzdem maximale jurisdiktionelle Sicherheit will, fährt mit Proton VPN (Schweiz, DSGVO-nah) oder Mullvad (Schweden, EU-Recht) konservativer.

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    PIA im Geschwindigkeitstest

    PIA bewirbt sich selbst als schnellstes VPN der Welt. Das stimmt nicht, aber nach mehreren Wochen Dauernutzung können wir sagen: Für den deutschen Alltag ist PIA schnell genug. Entscheidend ist die Entfernung zum Server.

    Unser Testsetup

    Wir haben PIA über mehrere Wochen auf einer 250-Mbit/s-Leitung in Deutschland getestet, durchgehend mit dem WireGuard-Protokoll und der Standardverschlüsselung (AES-128). Alle Messungen liefen über Ookla Speedtest, jeweils dreimal pro Server zu unterschiedlichen Tageszeiten. Zusätzlich haben wir PIA im Alltag genutzt (Surfen, Videocalls, Streaming, Downloads), um neben den reinen Zahlen auch das subjektive Erlebnis zu bewerten.

    Europa: Sehr gut

    Auf europäischen Servern liefert PIA starke Werte. Auf dem Frankfurter Server maßen wir im Schnitt 231 Mbit/s im Download, ein Verlust von nur 8 Prozent gegenüber unserer Basisleitung. Der Ping blieb bei 12 ms. Amsterdam lag bei 218 Mbit/s (13 Prozent Verlust), Paris bei 209 Mbit/s. Selbst auf einem Server in der Ukraine, über 2.500 Kilometer entfernt, kamen noch 187 Mbit/s an. Im Alltag war der Unterschied auf nahen Servern nicht spürbar. 4K-Streaming, Videocalls und große Downloads liefen ohne Einschränkungen.

    Langstrecke: Deutlich schwächer

    Auf der Langstrecke bricht PIA ein, und hier hat uns das Ergebnis ehrlich gesagt enttäuscht. Unser US-Ost-Server (New York) erreichte noch 142 Mbit/s. Akzeptabel, aber spürbar langsamer. US-West (Los Angeles) fiel auf 98 Mbit/s, ein Verlust von 61 Prozent. Zum Vergleich: NordVPN lieferte auf denselben US-Servern rund 190 bis 210 Mbit/s. Das ist ein massiver Unterschied, den man im Alltag merkt. Wer regelmäßig US-Server nutzt, etwa für amerikanisches Netflix oder Torrenting mit hohen Bandbreiten, sollte das auf dem Schirm haben.

    Gaming: Nah gut, fern unbrauchbar

    Beim Gaming kommt es auf den Ping an. Auf dem Frankfurter Server stieg unsere Latenz von 9 ms (ohne VPN) auf 14 ms. Kein Problem, selbst für kompetitive Shooter. Auf dem Amsterdam-Server lagen wir bei 22 ms, auf Paris bei 28 ms. Ab Übersee wird es kritisch: New York brachte 95 ms, Los Angeles 148 ms. Für Casual Gaming reicht das noch, für kompetitives Spielen ist es zu viel. PIA zeigt die Latenz jedes Servers direkt in der App an, sodass du den besten Standort schnell findest.

    Tipps für maximale Geschwindigkeit

    WireGuard ist bei PIA das Standardprotokoll und war in unseren Tests rund 30 Prozent schneller als OpenVPN. Wer maximale Geschwindigkeit will, bleibt bei WireGuard und der AES-128-Verschlüsselung, die standardmäßig aktiv ist. AES-256 ist sicherer, kostete aber rund 5 bis 8 Prozent Performance. Auf mobilen Netzen stabilisiert die Option “Small Packets” in den PIA-Einstellungen die Verbindung auf 4G und 5G.

    Streaming mit PIA: Was geht, was nicht?

    Beim Streaming hat PIA in den letzten Jahren aufgeholt, aber ein Spezialist ist der Anbieter weiterhin nicht. Wir haben über drei Wochen systematisch getestet, welche Plattformen sich mit PIA entsperren lassen.

    Internationale Plattformen: Solide

    Netflix US lief über die Streaming-optimierten US-Server auf Anhieb und ohne Buffering. Auch Amazon Prime Video (US und UK), BBC iPlayer und Hulu ließen sich zuverlässig entsperren. Bei Disney+ war das Ergebnis gemischt: Über den US-Streaming-Server funktionierte es beim ersten Versuch, auf einem regulären US-Server wurden wir blockiert und mussten den Server wechseln.

    PIA bietet Streaming-optimierte Server in elf Ländern (darunter USA, UK, Kanada, Japan und Australien), die regelmäßig neue IP-Adressen erhalten. Das ist der Schlüssel, denn auf regulären Servern scheiterte das Entsperren deutlich häufiger.

    Netflix-Kataloge: Begrenzte Auswahl

    Wir haben PIA mit Netflix-Bibliotheken in 15 Ländern getestet. Zuverlässig entsperrt wurden sechs Kataloge: USA, UK, Kanada, Deutschland, Frankreich und Japan. Bei weiteren Regionen (Südkorea, Brasilien, Indien und andere) wurde der VPN-Tunnel erkannt und der Zugang blockiert. NordVPN und ExpressVPN schaffen in vergleichbaren Tests jeweils über 15 Kataloge. Wer gezielt internationale Netflix-Bibliotheken nutzen will, stößt bei PIA schneller an Grenzen.

    Deutsche Mediatheken aus dem Ausland: Heikel

    PIA betreibt Server in Deutschland und bewirbt auf der eigenen Website den Zugang zu ARD Mediathek, ZDF, RTL+ und weiteren deutschen Diensten. In unserem Test aus dem EU-Ausland funktionierte ZDF über den Frankfurter Server problemlos. Den Sonntagabend-Tatort konnten wir aus Spanien ohne Unterbrechung streamen. ARD Mediathek lief nach einem Serverwechsel auf Berlin, und RTL+ ließ sich ebenfalls entsperren. HD-Streaming war stabil, bei 4K kam es vereinzelt zu Buffering. DAZN blockierte PIA dagegen konsequent. Wer die Bundesliga-Konferenz auf einer Geschäftsreise schauen will, hat hier Pech. Auch Elster und Online-Banking über Sparkasse und Volksbank funktionierten über den deutschen Server reibungslos, was für Langzeiturlauber und Auswanderer wichtig ist.

    Insgesamt funktionieren deutsche Mediatheken mit PIA, aber nicht so zuverlässig wie mit NordVPN oder Surfshark, die in unserem Vergleichstest alle getesteten deutschen Dienste beim ersten Versuch entsperrten.

    Unsere Einschätzung

    Wenn du PIA primär für US-Streaming und allgemeinen Datenschutz nutzt, wirst du zufrieden sein. Wenn dein Hauptanwendungsfall darin besteht, im Urlaub ARD, ZDF oder RTL+ zu schauen, ist Surfshark oder NordVPN die sicherere Wahl. Beide entsperren deutsche Dienste zuverlässiger und bieten mehr Streaming-optimierte Standorte.

    Wo PIA die Konkurrenz dagegen klar schlägt, ist beim Thema P2P.

    Torrenting und P2P: PIAs größte Stärke

    PIA gehört zu den besten VPNs für Torrenting, und nach unserem Test würden wir sagen: in dieser Preisklasse das beste. Der Grund: Alle Server erlauben P2P-Traffic, es gibt keine Einschränkung auf bestimmte Standorte und keine Drosselung. Drei Funktionen heben PIA dabei von der Konkurrenz ab:

    • Port-Forwarding: erhöht die Zahl der Peers und beschleunigt Downloads und Seeding
    • SOCKS5-Proxy: leitet nur den Torrent-Client über PIA, ohne den gesamten Traffic zu tunneln
    • Split-Tunneling: trennt Torrent-Traffic vom restlichen Datenverkehr

    Port-Forwarding: Der größte Vorteil

    Port-Forwarding erhöht die Zahl der Peers, mit denen dein Torrent-Client direkte Verbindungen aufbauen kann. In unserem Test war der Unterschied mit und ohne Port-Forwarding sofort spürbar: Downloads, die vorher bei 30 Prozent der Peers festhingen, liefen plötzlich flüssig durch. Wer das einmal erlebt hat, schaltet Port-Forwarding nie wieder aus.

    Die Aktivierung ist simpel: ein Toggle in den PIA-Einstellungen, danach wird der zugewiesene Port direkt in der App angezeigt. Wichtig: Port-Forwarding ist auf US-Servern nicht verfügbar. Wer aus den USA torrenten will, muss sich mit einem Server in Kanada, den Niederlanden oder einem anderen unterstützten Standort verbinden.

    SOCKS5-Proxy

    Alternativ bietet PIA einen SOCKS5-Proxy, der nur die IP-Adresse ändert, aber nicht verschlüsselt. Er ist mittlerweile in die MultiHop-Funktion integriert. Für maximale Sicherheit empfiehlt sich die Kombination aus VPN und Port-Forwarding.

    Warum das für deutsche Nutzer besonders relevant ist

    In kaum einem anderen Land ist Torrenting so riskant wie in Deutschland. Kanzleien wie Waldorf Frommer verschicken jährlich hunderttausende Abmahnungen wegen Filesharing, oft mit Forderungen ab 900 € aufwärts. Wer ohne VPN torrentet, legt seine IP-Adresse offen und macht sich zur leichten Zielscheibe.

    Deutsche ISPs wie Telekom und Vodafone drosseln P2P-Traffic zudem gezielt. Die Telekom hat sich den Spitznamen „Drosselkom” nicht umsonst verdient, und Vodafone-Kabelanschlüsse sind in Stoßzeiten berüchtigt für Engpässe. PIA verschlüsselt den gesamten Datenverkehr, sodass der Provider weder erkennt, dass du torrentest, noch drosseln kann. Da PIA nachweislich keine Verbindungsdaten speichert, lässt sich auch im Nachhinein nichts auf deine Downloads zurückführen. In Kombination mit dem Kill Switch, der bei einem Verbindungsabbruch sofort allen Traffic blockiert, ist PIA eine der sichersten Optionen für P2P.

    Bleibt die Frage, wie sich das alles in der Praxis anfühlt.

    Apps und Bedienbarkeit

    PIA bietet native Apps für Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Android TV, Fire TV und Apple TV. Dazu kommen Browser-Erweiterungen für Chrome, Firefox und Opera. Alle Apps sind quelloffen und auf GitHub einsehbar. Das ist in der VPN-Branche nach wie vor die Ausnahme, nicht die Regel.

    Desktop: Mächtig, aber nicht hübsch

    Ich sag’s direkt: PIAs Desktop-Client sieht aus, als hätte ihn ein Entwickler für Entwickler gebaut. Funktional ist alles da, aber die Einstellungen verteilen sich über mehrere Fenster, während Konkurrenten wie NordVPN oder Surfshark alles in einer aufgeräumten Oberfläche bündeln.

    Was PIA auf dem Desktop allerdings besser macht als fast alle anderen: der modulare Aufbau. Du kannst die Hauptansicht um Widgets erweitern, etwa für Echtzeit-Geschwindigkeit, aktuelle Verschlüsselung oder Serverlatenzen. Wer Verbindungsprobleme debuggt, hat alles auf einen Blick. Für technikaffine Nutzer ist das ein Pluspunkt, für Einsteiger eher überfordernd.

    Apple TV, Android TV und Fire TV

    Die Apps für Apple TV und Android TV sind relativ neu und decken die Grundfunktionen ab: Serverauswahl, Protokollwahl und Kill Switch. Auf dem Apple TV ersetzt PIAs App die umständliche manuelle Smart-DNS-Konfiguration, die vorher nötig war. Auf Android TV und Fire TV lässt sich PIA direkt aus dem jeweiligen App Store installieren. Im Vergleich zu den Desktop-Clients fehlen auf den TV-Plattformen aber erweiterte Funktionen wie Split-Tunneling und Port-Forwarding.

    Mobile Apps: iOS und Android

    Die mobilen Apps sind deutlich aufgeräumter. Besonders die iOS-App hat uns überrascht: Du kannst Automationsregeln definieren, die das VPN automatisch aktivieren, sobald du dich mit einem offenen WLAN verbindest, und es auf deinem Heim-WLAN wieder deaktivieren. Jedes Netzwerk wird farblich markiert, grün für vertraut, rot für offen. Das ist durchdacht und spart im Alltag echte Handgriffe. Die Android-App ist funktional breiter aufgestellt und bietet Port-Forwarding, Split-Tunneling und die APK-Variante mit dem MACE-Werbeblocker (siehe Abschnitt Sicherheit für Details und Einschränkungen).

    Split-Tunneling und Linux

    Split-Tunneling funktioniert auf Windows, macOS (ab Version 11), Linux und Android. Auf iOS fehlt es. PIA gehört zu den wenigen VPNs, die Split-Tunneling auf macOS anbieten. Auf Linux liefert PIA eine vollwertige GUI-App, während viele Konkurrenten dort nur Kommandozeilen-Clients anbieten.

    Kundensupport

    Der Kundensupport ist per Live-Chat und E-Mail rund um die Uhr erreichbar, auch auf Deutsch. Die Wissensdatenbank auf der PIA-Website ist umfangreich, aber größtenteils auf Englisch. In unserem Chat-Test waren die Antwortzeiten kurz, die Qualität aber Glückssache. Bei einer einfachen Frage zur Protokollwahl bekamen wir eine präzise Antwort in unter zwei Minuten. Bei einer komplexeren Frage zur Router-Konfiguration wurden wir dreimal im Kreis geschickt, bevor ein technisch versierter Mitarbeiter übernahm. Das kennt man leider von vielen VPN-Anbietern, nervt aber trotzdem.

    Smart DNS, Router und weitere Extras

    Für Geräte ohne VPN-App (Spielkonsolen, Smart-TVs, Chromecast) bietet PIA Smart DNS an. Die Einrichtung läuft über das Client Control Panel. Smart DNS umgeht Geoblocking, verschlüsselt aber nicht. Wer stattdessen alle Geräte im Haushalt absichern will, kann PIA direkt auf einem Router installieren. Eine eigene Router-App fehlt, aber PIA liefert Anleitungen für DD-WRT, OpenWrt und Tomato.

    Weitere Extras: Tor-over-VPN auf allen Servern und Identity Guard, ein Breach-Monitor für bis zu zwei E-Mail-Adressen im Client Control Panel. Kein Ersatz für einen vollwertigen Identity-Protection-Dienst, aber ein brauchbares Zusatzfeature.

    Neben den Apps ist das Servernetzwerk der zweite Faktor, der über die Alltagstauglichkeit entscheidet.

    Servernetzwerk: 35.000+ Server in 91 Ländern

    PIA betreibt eines der größten VPN-Netzwerke überhaupt. Die offizielle Zahl liegt bei über 35.000 Servern in 91 Ländern an mehr als 140 Standorten. Allerdings hat PIA vor einiger Zeit aufgehört, die exakte Serverzahl zu veröffentlichen, was für einen Anbieter, der sonst auf Transparenz setzt, etwas ungewöhnlich ist.

    Standorte und Hardware

    PIA hat physische Server in Berlin und Frankfurt. Die Verbindung ist schnell, die Latenz niedrig. In den USA deckt PIA als einziger großer Anbieter alle 50 Bundesstaaten ab, was für US-Streaming und die Umgehung regionaler Sport-Blackouts nützlich ist. Nicht alle 91 Länder sind mit echter Hardware bestückt: Laut softwarelab stehen physische Server in 45 Ländern, der Rest sind virtuelle Standorte. Die gesamte Hardware läuft mit 10-Gbit/s-Netzwerkkarten und ausschließlich RAM-basiert. An den wichtigsten Standorten betreibt PIA kolokierte Server, also eigene Hardware in gemieteten Rechenzentren. Nur PIAs Team hat physischen Zugriff.

    Dedicated IP: Feste IP ohne Identitätsverlust

    Auf den geteilten VPN-IP-Adressen, vor allem auf US-Servern, sind uns im Test ständig CAPTCHA-Abfragen bei Google und Online-Banking begegnet. Wer das nicht hinnehmen will, bucht eine Dedicated IP dazu (ca. 2,50 € pro Monat extra, verfügbar in Deutschland, USA, UK, Kanada, Australien und Singapur). Das Besondere: PIA nutzt ein tokenbasiertes System, bei dem die Dedicated IP nicht mit deinem Konto verknüpft wird. Die IP gehört exklusiv dir, lässt sich aber nicht zu deiner Identität zurückverfolgen. Wir finden: Das ist eine der cleversten Lösungen auf dem VPN-Markt. Die meisten Anbieter verknüpfen Dedicated IPs direkt mit dem Nutzerkonto, was den Datenschutzvorteil teilweise wieder aushebelt.

    Ein großes Servernetzwerk hilft allerdings wenig, wenn der Staat den Zugang zum VPN selbst blockiert.

    PIA in China und zensierten Netzwerken

    So richtest du PIA für China ein

    PIA bietet Obfuscation über Shadowsocks an, um VPN-Traffic als normalen Webverkehr zu tarnen. Das funktioniert auf Desktop-Apps (Windows, macOS, Linux) und Android. Laut PIAs eigenem Support arbeitet PIA in China mit der richtigen Konfiguration:

    1. OpenVPN auf TCP stellen
    2. Port 443 wählen (derselbe Port, den HTTPS-Traffic nutzt, und daher schwer zu blockieren)
    3. Die Obfuscation-Funktion über die MultiHop-Einstellungen aktivieren

    Realitätscheck

    In der Praxis sind die Ergebnisse aber gemischt, und das ist freundlich formuliert. PIAs eigener Support gibt keine Garantie für zuverlässige Verbindungen in China. Das ist zumindest ehrlich, aber für Nutzer, die sich darauf verlassen müssen, wenig hilfreich. Die Obfuscation-Funktion ist außerdem Teil der MultiHop-Funktion, was zusätzliche Latenz erzeugt, und Shadowsocks-Server stehen nur in einer Handvoll Ländern zur Verfügung (USA, UK, Schweiz, Niederlande, Kanada, Japan).

    Wer regelmäßig aus China arbeitet, fährt mit ExpressVPN oder Astrill deutlich zuverlässiger. Für gelegentliche Reisen nach China oder für den Einsatz in restriktiven Unternehmensnetzwerken und Uni-WLANs reicht PIAs Lösung aber oft aus.

    Fazit: Für wen lohnt sich Private Internet Access?

    PIA ist kein VPN für jeden. Aber für die richtige Zielgruppe ist es schwer zu schlagen.

    Der größte Vorteil ist nicht der Preis, obwohl unter 2 € im Monat bemerkenswert günstig ist. Der größte Vorteil ist, dass PIA seine Versprechen belegen kann. Kein anderer Anbieter kombiniert dreifach geprüfte No-Logs-Politik, quelloffenen Code und nachweislich leere Server bei Behördenzugriff. Wer seinem VPN nicht einfach glauben, sondern es überprüfen will, hat bei PIA die besten Karten.

    Für P2P-Nutzer kommt hinzu: Port-Forwarding auf fast allen Servern, ein SOCKS5-Proxy und ein Kill Switch, der in unseren Tests nie versagt hat. Das macht PIA zum stärksten Torrent-VPN in seiner Preisklasse. Wenn wir einem Freund, der regelmäßig torrentet und sich vor Abmahnungen schützen will, ein einziges VPN empfehlen müssten, wäre es PIA.

    Die Schwächen liegen dort, wo andere Anbieter gezielt investieren. Deutsche Mediatheken entsperren NordVPN und Surfshark zuverlässiger. Auf Langstrecken liefern beide deutlich höhere Geschwindigkeiten. Und wer ein VPN braucht, das in China konstant funktioniert, ist mit ExpressVPN besser beraten. Wer den US-Firmensitz grundsätzlich ablehnt, sollte Proton VPN oder Mullvad in Betracht ziehen.

    Kurz gesagt: PIA lohnt sich für technisch versierte Nutzer, die Transparenz über Komfort stellen. Es lohnt sich weniger als unkomplizierter Streaming-Allrounder für die ganze Familie.

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