Veröffentlicht: 06/03/2026
Letzte Aktualisierung: 08/03/2026
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2.19€ im Monat für ein Premium-VPN klingt entweder nach einem guten Deal oder nach einem Haken. Online findet man zu CyberGhost vor allem zwei Extreme: überschwängliches Lob von Affiliate-Seiten oder pauschale Verrisse ohne echte Testbasis. Für diesen Test habe ich CyberGhost über mehrere Wochen auf Streaming, Geschwindigkeit, Datenschutz und Alltagstauglichkeit geprüft. Ohne Affiliate-Brille, ohne Pauschalurteil.

CyberGhost VPN – Das Wichtigste in Kürze
Vorteile
Nachteile
Was ist CyberGhost überhaupt?
CyberGhost ist ein VPN-Dienst, und das seit 2011. Gegründet wurde er vom deutschen Unternehmer Robert Knapp in Bukarest, Rumänien, mit einem Startkapital von 100.000 Dollar. Der Firmensitz in Rumänien ist dabei kein Zufall: Rumänien hat keine Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung. In Deutschland wird die Debatte um anlasslose Datenspeicherung seit Jahren politisch und verfassungsrechtlich geführt, in Rumänien gibt es dieses Problem schlicht nicht. Das Land ist zudem nicht Mitglied der Geheimdienstallianzen Five Eyes oder Fourteen Eyes. CyberGhost kann also rechtlich nicht verpflichtet werden, Nutzerdaten an Behörden herauszugeben.

2017 wurde CyberGhost von Kape Technologies übernommen, einem britischen Unternehmen mit israelischen Wurzeln, das auch ExpressVPN und Private Internet Access besitzt und damit einen erheblichen Teil des globalen VPN-Markts kontrolliert. Was das für den Datenschutz bedeutet, nehme ich weiter unten auseinander.
Was die Übernahme praktisch verändert hat: mehr Budget für Infrastruktur, mehr Server, schnellere Hardware. Heute betreibt CyberGhost über 11.500 Server in mehr als 100 Ländern, eines der größten Netzwerke auf dem VPN-Markt. vergleichbar mit NordVPN (über 9.000 Server in 129 Ländern) und deutlich vor Surfshark (rund 4.500 Server). Rund 38 Millionen Kunden nutzen den Dienst weltweit, mit durchschnittlich 162.000 gleichzeitig aktiven Verbindungen. Die größte Nutzerbasis liegt in Frankreich und Deutschland, was auch erklärt, warum der Dienst bei deutschsprachigen Streaming-Diensten wie ARD und ZDF besonders gut aufgestellt ist.
Preise: Wann lohnt sich CyberGhost, wann nicht?
CyberGhost macht das Gleiche wie fast alle VPN-Anbieter: Der monatliche Preis klingt verlockend günstig, aber nur wenn man sich für zwei Jahre bindet. Wer das nicht versteht, zahlt schnell das Vierfache.
| Laufzeit | Monat | Gesamtpreis |
|---|---|---|
| 1 Monat | 12,99 € | 12,99 € |
| 6 Monate | 6,99 € | 41,94 € |
| 2 Jahre + 4 Monate | 2,19 € | 56,94 € |

Alle Preise brutto inkl. 19 % MwSt., Stand: März 2026. Aktuelle Preise auf cyberghostvpn.com. CyberGhost wirbt aktuell mit 4 kostenlosen Bonusmonaten beim 2-Jahres-Abo, die Gesamtlaufzeit beträgt dann 28 Monate. Solche Aktionen laufen regelmäßig, besonders rund um Black Friday.
Was viele übersehen
Das Monatsabo hat nur 14 Tage Geld-zurück-Garantie. Die 45-tägige Garantie gilt ausschließlich für das 6-Monats- und das 2-Jahres-Abo. Wer CyberGhost risikolos testen möchte, tut das besser direkt mit dem 2-Jahres-Abo und nutzt das Rückgabefenster. Das Monatsabo ist teurer und bietet gleichzeitig weniger Absicherung.
Zahlung
CyberGhost akzeptiert Kreditkarte, PayPal und Bitcoin. Wer möglichst anonym bezahlen möchte, kombiniert eine Wegwerf-E-Mail mit Bitcoin. Dann existiert keine direkte Verknüpfung zwischen Identität und Konto.
Zusatzoption: Dedizierte IP-Adresse
Wer eine eigene, feste IP-Adresse braucht, etwa für Online-Banking ohne ständige Verifizierungsschleifen oder Remote-Zugang zum Firmennetzwerk, kann eine dedizierte IP als Zusatzpaket buchen. Die Kosten liegen je nach Laufzeit zwischen 3,75 € und 5 € pro Monat. CyberGhost nutzt dafür ein Token-basiertes System, das sicherstellt, dass die dedizierte IP nicht mit dem Benutzerkonto verknüpft werden kann. Ein cleverer Ansatz, der die Anonymität trotz fester IP wahrt. Verfügbare Standorte umfassen unter anderem Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Zu beachten: Zusatzoptionen wie die dedizierte IP lassen sich nur per Kreditkarte oder PayPal buchen, nicht per Bitcoin.
Vor dem Kauf testen, ohne Kreditkarte
CyberGhost bietet kostenlose Testversionen auf allen Plattformen, jeweils ohne hinterlegte Zahlungsdaten und mit vollem Funktionsumfang:
- Windows und macOS: 24 Stunden, App direkt über die Website herunterladen
- Android: 3 Tage, über den Google Play Store
- iOS: 7 Tage, über den App Store
Anders als bei „Freemium”-VPNs wie ProtonVPN gibt es keine gedrosselten Server oder eingeschränktes Datenvolumen. Zusätzlich existieren kostenlose Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox, die ohne Account funktionieren, aber nur vier Serverstandorte bieten (USA, Niederlande, Deutschland, Rumänien) und ausschließlich den Browserverkehr schützen. Wer den Dienst gründlicher testen will, fährt mit dem 2-Jahres-Abo und der 45-Tage-Garantie besser: mehr Zeit, voller Alltagstest, und bei Nichtgefallen eine unkomplizierte Rückerstattung über den Live-Chat innerhalb weniger Werktage.
Bedienung und Apps: So einfach ist der Einstieg
CyberGhost nennt sich selbst “One-Click-VPN”, und das ist tatsächlich keine Übertreibung. Alle Funktionen sind in der Smartphone-App unterhalb des großen Power-Buttons erreichbar. Einschalten, fertig. Wer nichts weiter einstellen will, muss es nicht.
Die App gibt es für Windows, macOS, iOS, Android, Linux, Amazon Fire TV und Android TV. Für Geräte ohne native App-Unterstützung, also Spielekonsolen oder bestimmte Smart-TVs, lässt sich CyberGhost direkt auf einem Router einrichten, der dann den gesamten Heimnetz-Traffic schützt. Für die in Deutschland weit verbreiteten Fritz!Box-Router stellt CyberGhost eine eigene Einrichtungsanleitung bereit. Ein Abo deckt bis zu sieben Geräte gleichzeitig ab.
Windows und macOS sind nicht gleich
Das ist ein Punkt, den die meisten Reviews unterschlagen. Die Windows-App installiert sich ohne manuelle Berechtigungen in knapp zwei Minuten und bietet eine vollständige Oberfläche mit Streaming-, Torrenting- und NoSpy-Serverfiltern sowie wählbaren Hell/Dunkel-Modi. Die macOS-App hingegen unterscheidet sich merklich: Sie startet dauerhaft im Dunkelmodus, die Einstellungen sind weniger strukturiert, und NoSpy-Server sind nur über den Umweg der Romania-Länderliste erreichbar, nicht als eigene Kategorie. Ich arbeite hauptsächlich am Mac, und das hat mich im Alltag tatsächlich genervt. Es fühlt sich an, als hätte das Entwicklerteam die Windows-Version fertiggestellt und die Mac-App halbherzig nachgezogen.

Smart Rules: nützlicher als der Name klingt
Über Smart Rules lässt sich einstellen, dass CyberGhost beim Verbinden mit einem neuen WLAN automatisch aktiv wird. Oder man lässt gezielt bestimmte Apps außerhalb des VPN-Tunnels, was bei Banking-Apps sinnvoll ist, die bei erkannten VPN-Verbindungen Logins blockieren. Klingt technisch, ist in der App aber per Umschalter gelöst. Kein Eingriff in irgendwelche Systemeinstellungen nötig.
Split-Tunneling: Ja, aber nicht überall
Split-Tunneling ist auf Windows und Android verfügbar, auf macOS und iOS fehlt es. Wer also auf dem iPhone bestimmte Apps gezielt aus dem VPN-Tunnel ausschließen möchte, hat Pech. NordVPN und Surfshark lösen das plattformübergreifend besser.
Werbeanzeigen trotz Bezahl-Abo
Einige Windows-Nutzer berichten über “Always on top”-Werbeanzeigen, die die laufende Arbeit unterbrechen, auch bei aktiven bezahlten Abonnements. Das ist kein Einzelfall und passt nicht zum Premiumanspruch des Dienstes.
Unterm Strich: Für Einsteiger ist CyberGhost eine der zugänglichsten VPN-Apps auf dem Markt. Wer auf Windows oder Android unterwegs ist, bekommt ein vollständiges Paket. Mac-Nutzer sollten wissen, dass die App dort weniger ausgefeilt ist.
Und wenn etwas nicht funktioniert?
CyberGhost bietet 24/7-Support über Live-Chat und E-Mail. Der Live-Chat ist der schnellste Weg und in der Regel innerhalb von ein bis zwei Minuten mit einem Mitarbeiter besetzt. Die Erfahrung damit ist überwiegend positiv: Fragen zur Einrichtung, Serverauswahl oder Rückerstattung werden kompetent und ohne Umwege beantwortet.
Die Einschränkung: Der Live-Chat läuft primär auf Englisch. Deutschsprachiger Support ist über das Ticketsystem per E-Mail verfügbar, allerdings mit längeren Antwortzeiten. Statt Minuten muss man mit einigen Stunden rechnen. Für Nutzer, die kein Englisch sprechen, kann das bei dringenden Problemen frustrierend sein. NordVPN bietet hier keine grundlegend andere Erfahrung; Surfshark und ProtonVPN ebenfalls nicht. Deutschsprachiger Echtzeit-Support ist in der VPN-Branche insgesamt die Ausnahme, nicht die Regel.
Darüber hinaus gibt es eine umfangreiche Wissensdatenbank mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die meisten davon auch auf Deutsch, sowie Einrichtungsguides für Router, Smart-TVs und Spielekonsolen. Für typische Probleme wie Verbindungsabbrüche, Streaming-Blockaden oder Protokollwechsel findet man dort in der Regel eine Lösung, ohne den Support kontaktieren zu müssen.
Geschwindigkeit im Test: Was die Zahlen wirklich bedeuten
Geschwindigkeitstests bei VPNs sind das, woran man gut erkennt, ob ein Review ehrlich ist oder nicht. Die meisten listen irgendeine Zahl auf, “210 Mbps Durchschnitt!”, ohne zu erklären, was das für den eigenen Alltag bedeutet. Ich habe CyberGhost über drei Wochen auf meinem Telekom VDSL 100 getestet, zu verschiedenen Tageszeiten, mit verschiedenen Protokollen. Hier sind die Ergebnisse, die tatsächlich zählen.
Das Wesentliche vorab
Für einen typischen deutschen Internetanschluss, egal ob Telekom VDSL 100, Vodafone Kabel oder 1&1, spielt es keine Rolle, ob CyberGhost auf nahegelegenen Servern 200 oder 400 Mbps erreicht. Der Flaschenhals ist die eigene Leitung, nicht das VPN. Was zählt: Wie viel Geschwindigkeit geht bei nahen Servern verloren, und wie stark bricht es bei weiten Servern ein.
Nahe Server: kaum spürbar
Auf lokalen Servern erreicht CyberGhost durchschnittlich rund 94 Mbps Download. Praktisch nicht von einer ungeschützten Verbindung zu unterscheiden. Browsing und Streaming laufen ohne merkliche Verzögerung. Wer CyberGhost für Netflix, Surfen oder Online-Banking nutzt und sich mit einem deutschen oder europäischen Server verbindet, wird keinen Unterschied bemerken.
Weite Strecken: deutlicher Einbruch
Bei Verbindungen zu Servern in Australien, über 16.000 km Distanz, fiel die Geschwindigkeit in Tests um bis zu 60 Prozent. Das ist physikalisch unvermeidlich: Je weiter die Datenpakete reisen müssen, desto höher die Latenz. CyberGhost ist damit nicht schlechter als die Konkurrenz. NordVPN und Surfshark haben dasselbe Problem. Aber wer regelmäßig auf Server in Asien oder Ozeanien angewiesen ist, sollte das wissen.
Protokoll macht einen großen Unterschied
OpenVPN ist bei CyberGhost im Vergleich zu WireGuard und IKEv2 deutlich langsamer. Wer noch auf OpenVPN läuft, sollte in den App-Einstellungen auf WireGuard wechseln. WireGuard ist auf allen Plattformen verfügbar und ist seit 2021 der empfohlene Standard. Der Wechsel kostet zwei Klicks und bringt in Tests spürbar mehr Geschwindigkeit.
Im Vergleich zu NordVPN
NordVPN erreicht über sein eigenes NordLynx-Protokoll eine Geschwindigkeitsbeibehaltungsrate von rund 90 Prozent. CyberGhost bleibt darunter, bietet aber für die meisten Alltagsaufgaben ausreichend Leistung. Wer maximale Geschwindigkeit priorisiert, liegt mit NordVPN besser. Wer Preis und Bedienbarkeit höher gewichtet, bekommt mit CyberGhost mehr als genug.
Kurz gesagt: Für Streaming, Surfen und Videocalls in Europa ist CyberGhost schnell genug, dass man das VPN vergisst. Für Verbindungen auf andere Kontinente sollte man realistische Erwartungen mitbringen.
Streaming: Wo CyberGhost wirklich stark ist, und wo nicht
Netflix
Netflix ist CyberGhosts stärkstes Argument, und ehrlich gesagt der Bereich, der mich im Test am meisten überzeugt hat. Während viele VPNs “Netflix funktioniert” als pauschale Aussage in die Welt setzen und damit meinen: meistens, irgendwie, auf irgendeinem Server, hat CyberGhost 17 dedizierte Länderserver für Netflix, die automatisch aktuell gehalten werden:
- Europa: Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Spanien, Schweden, Dänemark, Türkei
- Nordamerika: USA, Kanada
- Südamerika: Brasilien
- Asien-Pazifik: Japan, Südkorea, Indien, Singapur, Australien
- Zusätzlich: Speziell optimierte Server für Android TV und Amazon Fire Stick
Der praktische Unterschied: Statt zu raten, welcher allgemeine US-Server gerade Netflix entsperrt, wählt man einfach den benannten “Netflix US”-Server. Ich habe das an mehreren Abenden getestet. Verbindung zum US-Server, Netflix geöffnet, innerhalb von Sekunden lief der Stream in UHD. Kein Puffern, kein Proxy-Fehler, kein Serverhopping. Netflix empfiehlt 15 Mbit/s für 4K-Streaming, CyberGhost liefert auf europäischen Servern rund 94 Mbps mit aktivem VPN, also weit oberhalb der Schwelle. So unkompliziert wünscht man sich das bei jedem VPN.

Für deutsche Nutzer besonders relevant: Das US-Angebot enthält deutlich mehr Titel als die deutsche Bibliothek, darunter Serien und Filme, die in Deutschland nie erscheinen. CyberGhost macht diesen Wechsel zu einem Ein-Klick-Vorgang.

ARD, ZDF und deutsche Mediatheken im Ausland
Das ist eine Stärke, die internationale Reviews fast nie erwähnen, für deutschsprachige Nutzer aber kaufentscheidend ist. Deutsche Server entsperren ARD, ZDF und die Mediatheken ohne Geo-Block-Fehler. Also genau das, was man braucht, wenn man im Urlaub auf die Tagesschau, den Tatort oder eine ARD-Eigenproduktion zugreifen will. Für österreichische Nutzer funktioniert der Zugang zu ORF und Servus TV (relevant für Formel 1 und Bundesliga-Highlights), für Schweizer zu SRF Play und den regionalen Mediatheken. Wer regelmäßig zwischen DACH-Ländern pendelt oder im EU-Ausland lebt, bekommt hier ohne Umwege Zugang zu allen drei Mediatheken-Welten.
Amazon Prime Video
Hier ist Vorsicht angebracht. Prime Video funktioniert auf dedizierten US- und UK-Servern, aber Amazon erkennt VPN-IPs schneller als Netflix, weil viele Verbindungen auf denselben geteilten IP-Adressen ankommen. In der Praxis heißt das: Ein funktionierender Server läuft problemlos. Ein gesperrter Server erfordert manuelles Durchprobieren. Kein “einfach funktioniert”-Erlebnis wie bei Netflix. Wer Amazon Prime Video als Hauptzweck hat, ist mit NordVPN besser bedient, dort werden Prime-IPs aktiver rotiert.
Disney+
US- und UK-Server funktionieren stabil. Andere Regionen, zum Beispiel für den Zugang zu länderspezifischen Disney+-Bibliotheken, sind weniger zuverlässig. Wer zwischen mehreren Länderbibliotheken wechseln will, sollte das in der Testphase konkret ausprobieren.
BBC iPlayer
Machbar, aber nicht reibungslos. Die meisten UK-Server werden von BBC iPlayer als VPN erkannt. Der explizit optimierte Streaming-Server für iPlayer funktioniert, aber nicht immer beim ersten Versuch. Für gelegentlichen Zugriff ausreichend; wer täglich BBC schaut, sollte diesen Punkt in der Testphase prüfen.

DAZN
Funktioniert nicht. Das war die größte Enttäuschung im gesamten Test. Ich habe es mit fünf verschiedenen deutschen und österreichischen Servern versucht, zu unterschiedlichen Uhrzeiten, mit WireGuard und OpenVPN. DAZN hat jedes Mal die VPN-Verbindung erkannt und den Zugang blockiert. Wer Bundesliga, Champions League oder Formel 1 über DAZN aus dem Ausland schauen will, braucht ein anderes VPN. NordVPN ist hier die verlässlichere Wahl.
Torrenting und P2P: Funktioniert, aber nicht überragend
Streaming ist nicht der einzige Grund, warum Menschen ein VPN kaufen. Wer regelmäßig Dateien über BitTorrent herunterlädt, braucht einen Anbieter, der P2P-Traffic nicht nur erlaubt, sondern gezielt unterstützt.
CyberGhost stellt für Torrenting eigene, dedizierte Server bereit, die nach Ländern sortiert in der App zu finden sind. Ähnlich wie bei den Streaming-Servern. Diese P2P-optimierten Server sind in Ländern angesiedelt, in denen Filesharing rechtlich weniger problematisch ist, und sollen schnellere Downloadgeschwindigkeiten bei gleichzeitiger Verschlüsselung bieten.

In der Praxis funktioniert das solide: Die Verbindung steht schnell, die Upload-Raten sind konstant, und die Verschlüsselung über WireGuard sorgt dafür, dass der Internetanbieter weder sieht, was heruntergeladen wird, noch dass überhaupt ein Torrent-Client aktiv ist. In meinem Test kam ich über einen niederländischen P2P-Server auf rund 70 Mbps Download. Nicht rekordverdächtig, aber für die meisten Dateien völlig ausreichend. Der automatische Kill Switch trennt die Internetverbindung sofort, falls die VPN-Verbindung abbricht. Er ist standardmäßig aktiviert, und das ist beim Torrenting besonders wichtig, weil ohne Kill Switch die eigene IP-Adresse im Schwarm sichtbar würde.
Die Einschränkung: Im direkten Vergleich liefern NordVPN und Surfshark bei P2P-Downloads spürbar höhere Geschwindigkeiten. Wer regelmäßig große Dateien über BitTorrent herunterlädt und maximale Downloadraten priorisiert, bekommt dort mehr Leistung. Für gelegentliches Torrenting mit zuverlässigem Schutz reicht CyberGhost aber aus.
Rechtlicher Hinweis: Ein VPN schützt die Privatsphäre beim Filesharing, macht illegale Downloads aber nicht legal. In Deutschland ist das Risiko beim Torrenting besonders konkret: Anwaltskanzleien wie Waldorf Frommer verschicken regelmäßig Abmahnungen mit Forderungen von mehreren Hundert Euro an Nutzer, deren IP-Adressen in Torrent-Schwärmen erfasst wurden. Ein VPN verhindert, dass die eigene IP sichtbar wird. Trotzdem weist CyberGhost in seinen Nutzungsbedingungen ausdrücklich darauf hin, dass der Dienst nicht für Urheberrechtsverletzungen genutzt werden darf.
Gaming: Dedizierte Server, niedrige Latenz
CyberGhost ist einer der wenigen VPN-Anbieter mit einer eigenen Serverkategorie für Gaming, optimiert auf niedrige Latenz statt auf maximalen Durchsatz. Verfügbare Standorte sind unter anderem Frankfurt, New York, London und Paris.
Was das in der Praxis bringt
In Tests erhöhte sich die Latenz beim Gaming über CyberGhost um rund 10 ms im Vergleich zur Verbindung ohne VPN. Ein Wert, der für die meisten Online-Spiele akzeptabel ist. Die Verbindung blieb dabei stabil, ohne die Ping-Spitzen, die bei regulären VPN-Servern unter Last auftreten können. Für kompetitives Gaming auf Profi-Niveau ist jede zusätzliche Latenz ein Nachteil. Für Casual Gaming und Multiplayer-Sessions im Alltag fällt der Unterschied kaum ins Gewicht.
DDoS-Schutz inklusive
Wer im Multiplayer-Gaming unterwegs ist, kann über den VPN-Tunnel DDoS-Angriffe auf die eigene IP abfangen. Das ist ein reales Problem in kompetitiven Spielen. Die Gaming-Server sind in der App unter einer eigenen Kategorie gelistet und mit einem Klick erreichbar.
Wo CyberGhost an Grenzen stößt
Für Spieler, die sich mit Servern in Asien oder Ozeanien verbinden müssen, gelten dieselben physikalischen Einschränkungen wie beim Streaming. Die Latenz steigt mit der Entfernung deutlich an. Und wer ein VPN primär für Gaming kauft, bekommt bei NordVPN über das NordLynx-Protokoll minimal bessere Ping-Werte auf Langstrecken.
Sicherheit und Datenschutz: Was steckt wirklich dahinter?
Streaming, Torrenting, Gaming: das sind die Anwendungsfälle. Aber die eigentliche Frage hinter jedem VPN lautet: Kann ich dem Anbieter vertrauen? Deutsche Nutzer stellen diese Frage erfahrungsgemäß schärfer als die meisten anderen Märkte. Geprägt durch die DSGVO, die Erfahrungen mit staatlicher Überwachung in der deutschen Geschichte und eine Datenschutzkultur, die dem Chaos Computer Club mehr vertraut als Marketingversprechen. Datenschutz ist bei VPNs das meistverwendete Wort und gleichzeitig das am wenigsten überprüfte Versprechen. Fast alle Anbieter behaupten, keine Daten zu speichern. Aber was davon lässt sich unabhängig nachweisen? Bei CyberGhost ist die Antwort komplizierter als ein einfaches Ja oder Nein, und genau das lohnt sich zu verstehen.
Was Deloitte tatsächlich geprüft hat, und was nicht
CyberGhost hat seine No-Logs-Richtlinie 2022 und 2024 von Deloitte Audit Romania prüfen lassen. Was dabei oft missverstanden wird: Deloitte hat nicht CyberGhosts Behauptungen überprüft, sondern die technische Infrastruktur selbst. Also Server-Konfigurationen, Management-Systeme und das Incident-Management-Framework. Das Ergebnis der Januar-2024-Prüfung war klar formuliert: Die IT-Konfigurationen stimmen mit der beschriebenen No-Logs-Richtlinie überein. Das ist ein substanziellerer Befund als ein Selbst-Zertifikat, aber es ist auch kein Freifahrtschein: Ein Audit ist eine Momentaufnahme, kein dauerhaftes Monitoring. NordVPN hat seine No-Logs-Richtlinie inzwischen fünfmal prüfen lassen. CyberGhost liegt mit drei Audits (2022, 2024 und einem weiteren abgeschlossenen) gut aufgestellt, aber nicht an der Spitze. Eine unabhängige Einordnung der jüngsten Prüfung bietet Netzwelt. Den vollständigen Bericht kann man direkt bei Deloitte Romania anfordern oder nach dem Kauf im eigenen CyberGhost-Konto einsehen.
Was wird gespeichert, und was nicht
Das ist der Kern jeder Datenschutzdiskussion bei VPNs, und die ehrliche Antwort lautet: einiges schon, aber nichts, was auf dich als Person zeigt.
Was CyberGhost speichert (anonymisierte Aggregatdaten zur Netzwerksteuerung):
- Anzahl der Verbindungsversuche pro Zeitraum
- Genutzte App-Version
- Herkunftsland (ohne IP-Adresse)
- E-Mail-Adresse als verschlüsselter Hash, technisch nicht mit einem Surf-Profil verknüpfbar
Was CyberGhost nicht speichert:
- Besuchte Webseiten oder DNS-Anfragen
- Verbundener VPN-Server
- Echte IP-Adresse während einer Sitzung
- Verbindungszeitstempel
Wer auch die E-Mail-Adresse aus der Gleichung herausnehmen will, kann sich mit einer Wegwerf-Adresse anmelden und per Bitcoin bezahlen.
Was RAM-only-Server wirklich bedeuten
Alle CyberGhost-Server laufen ausschließlich auf flüchtigem Arbeitsspeicher, ohne Festplatten. Bei jedem Neustart wird alles unwiederbringlich gelöscht. Es gibt schlicht nichts, was nach einer Serverabschaltung noch auslesbar wäre. Keine Marketingaussage, sondern Architektur: Selbst wenn Behörden einen Server beschlagnahmten, fänden sie leere Hardware. CyberGhost gibt im Transparenzbericht für Q4 2025 an, auf sämtliche Behördenanfragen mangels gespeicherter Daten nicht eingehen zu können. Diese Berichte erscheinen seit 2011 quartalsweise. CyberGhost war damit der erste VPN-Anbieter überhaupt, der solche Transparenzberichte veröffentlicht hat.
NoSpy-Server: wann sie sich lohnen
Neben den regulären Servern betreibt CyberGhost in seinem eigenen Rechenzentrum in Bukarest eine separate Infrastruktur, die sogenannten NoSpy-Server. Der Unterschied zu normalen Servern: Reguläre VPN-Server werden oft in Co-Location-Rechenzentren betrieben, wo auch die Rechenzentrumsbetreiber physischen Zugang haben könnten.

NoSpy-Server sind ausschließlich von CyberGhost-Mitarbeitern zugänglich. Keine Drittpartei hat Zutritt. Für den Alltag macht das für die meisten Nutzer keinen spürbaren Unterschied; das wird relevant für alle, die von staatlichen oder unternehmerischen Akteuren mit konkreten Ressourcen als Ziel in Frage kommen. NoSpy-Server sind nur bei 6-Monats- und längeren Abonnements inklusive, nicht beim Monatsabo.
Der Kape-Faktor: Die Grenze des Vertrauens
Hier muss ehrlich gesagt werden, was andere Reviews wegdekorieren. CyberGhost gehört zu Kape Technologies, einem britischen Unternehmen mit israelischen Wurzeln. Kape besitzt gleichzeitig ExpressVPN, Private Internet Access und bis 2023 auch ZenMate sowie mehrere VPN-Review-Seiten, darunter VPNMentor und WizCase. Ein strukturelles Interessenkonflikt-Problem: Der Eigentümer kontrolliert VPN-Dienste und gleichzeitig Medien, die diese Dienste bewerten. Ich halte das für den größten Schwachpunkt, den CyberGhost hat. Nicht technisch, sondern als Vertrauensfrage. Für den Nutzer bedeutet das konkret: Was CyberGhosts eigene Server speichern und nicht speichern, ist durch Deloitte überprüft. Was Kape Technologies als übergeordnetes Unternehmen mit Konzerndaten macht, ist nicht vom Audit erfasst. Wer maximale Unabhängigkeit von Konglomeraten priorisiert, ist bei ProtonVPN besser aufgehoben, einem Schweizer Anbieter ohne Konzernverflechtungen.
Der 2024-Passwort-Vorfall: richtig eingeordnet
Im Herbst 2024 kursierten Berichte über kompromittierte Zugangsdaten von rund 83.600 CyberGhost-Konten. Wichtig: Es war kein Einbruch in CyberGhosts Infrastruktur. Die Passwörter wurden durch Malware auf den Geräten der betroffenen Nutzer gestohlen. CyberGhosts Server blieben unberührt, und weil dort keine Nutzerdaten liegen, gab es auch nichts abzugreifen. Was allerdings fehlt: eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. NordVPN bietet das, CyberGhost nicht.
CyberGhosts Datenschutz-Infrastruktur ist insgesamt solide und unabhängig geprüft. RAM-only-Architektur und No-Logs-Umsetzung funktionieren technisch wie beschrieben. Die Kape-Eigentümerstruktur bleibt ein legitimer Vorbehalt, der aber den konkreten Datenschutz im Alltag weniger betrifft als das grundsätzliche Vertrauen in den Konzern.
Für wen ist CyberGhost geeignet, und für wen nicht?
Die ehrlichste Antwort auf diese Frage ist keine Liste von Features, sondern eine Reihe konkreter Nutzerprofile. CyberGhost ist kein schlechtes VPN. Es ist ein sehr spezifisches VPN, und wer es falsch einsetzt, wird enttäuscht sein.
Wer mit CyberGhost gut bedient ist
- Streaming-Nutzer, die primär Netflix in mehreren Ländern schauen wollen, bekommen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt. Die 17 dedizierten Netflix-Länder, die automatisch aktualisierten Streaming-Server und die 45-Tage-Garantie machen es zum risikoärmsten Einstieg in Premium-VPN-Territorium. Wer für zwei Jahre abschließt und hauptsächlich US-Netflix, Disney+ oder ARD im Ausland nutzen will, zahlt weniger als bei NordVPN und bekommt für diesen Zweck gleichwertige Leistung.
- VPN-Einsteiger, die sich nicht mit Protokollkonfiguration, Multi-Hop-Einstellungen oder Obfuskierungsmodi beschäftigen wollen, profitieren von der klarsten Benutzeroberfläche unter den Premium-Anbietern. Ein Klick verbindet, benannte Server für konkrete Zwecke nehmen das Rätselraten weg. Das ist kein Nachteil, das ist gutes Produktdesign für den Massenmarkt.
- Nutzer, die häufig öffentliches WLAN verwenden, ob in Hotels, Cafés oder am Flughafen, bekommen mit den Smart Rules soliden Schutz: CyberGhost verbindet sich automatisch, sobald ein unbekanntes Netzwerk erkannt wird, und trennt sich wieder beim Wechsel ins Heimnetz. Das funktioniert zuverlässig und erfordert keinerlei manuelle Eingriffe.
- Wer mehrere Geräte mit einem Konto absichern will, kann bis zu sieben gleichzeitige Verbindungen nutzen. Das reicht für Laptop, Smartphone, Tablet und SmartTV parallel.
Wer woanders besser aufgehoben ist
- Reisende in Zensurländern (China, Russland, Iran, VAE): CyberGhost ist hier die falsche Wahl. Es fehlt die Obfuskierungstechnologie, die VPN-Datenverkehr als normalen HTTPS-Traffic tarnt. NordVPN mit seinen obfuskierten Servern oder ProtonVPN mit dem Stealth-Protokoll sind die einzigen verlässlichen Optionen unter den Mainstream-Anbietern.
- Große Haushalte mit vielen Geräten: Wer mehr als sieben gleichzeitige Verbindungen braucht, ist bei Surfshark besser aufgehoben. Dort gibt es unbegrenzte Geräte zum vergleichbaren Preis. Wer fünf Personen in einem Haushalt unter einem Konto absichern will, stößt bei CyberGhost schneller an Grenzen.
- Journalisten, Aktivisten, Menschen mit konkretem Schutzbedarf: Für Nutzer, bei denen Datenschutz keine Bequemlichkeitsfrage ist, sondern ein berufliches oder persönliches Risiko, ist ProtonVPN die richtigere Wahl. Open-Source-Code, Schweizer Jurisdiktion außerhalb von EU und 14 Eyes, Secure Core Architektur die Traffic über zwei Server in datenschutzfreundlichen Ländern routet: Das ist eine andere Risikoklasse als CyberGhost.
- DAZN-Nutzer im Ausland: CyberGhost funktioniert dort nicht verlässlich. Wer Bundesliga, Champions League oder Formel 1 streamen will, braucht NordVPN.
Fazit: Lohnt sich CyberGhost 2026?
CyberGhost ist kein VPN für jeden. Und das ist keine Schwäche, sondern Klarheit.
Für Streaming ist CyberGhost das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das ich kenne. Die Netflix-Server funktionieren zuverlässiger als bei jedem anderen VPN in dieser Preisklasse, und die Bedienung ist so einfach, dass ich den Dienst bedenkenlos meinen Eltern empfehlen würde. Mit 2,19 € pro Monat im 2-Jahres-Abo macht man objektiv nichts falsch.
Aber die Schwächen sind real: DAZN funktioniert nicht, macOS bekommt eine abgespeckte App, für China fehlt die Obfuskierung, und der Kape-Konzern bleibt ein Vorbehalt. Stiftung Warentest stufte CyberGhost hinter NordVPN und ExpressVPN auf Platz drei ein, Heise Download hielt im Februar 2026 fest, dass die Streaming-Leistung „schwächer als gewohnt” ausfiel.
Meine ehrliche Empfehlung: Streaming als Hauptgrund? CyberGhost. Datenschutz als Hauptgrund? ProtonVPN. Gesamtpaket und bereit, mehr zu zahlen? NordVPN. Und wer unsicher ist: Die 45-Tage-Garantie existiert genau dafür.



