Veröffentlicht: 14/04/2026
Letzte Aktualisierung: 07/05/2026
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Proton VPN ist 2026 das VPN, dem man am wenigsten misstrauen muss, wenn die juristische Seite zählt. Genfer Sitz, gemeinnützige Stiftung als Mehrheitsaktionärin, vier Securitum-Audits in vier Jahren. Apps liegen offen auf GitHub. Dieser Test prüft nach, was davon im Alltag trägt: eigene Speedtests aus Berlin, Streaming auf den gängigen Plattformen, ein ehrlicher Blick auf die Lücken, die deutsche Reviews gern auslassen. Stealth in China läuft selten. Die iOS-App kann weniger als die Android-Version. Post-Quantum-Verschlüsselung fehlt bis heute. Wann sich das 2,99-Euro-Abo lohnt und wann NordVPN oder ExpressVPN die bessere Wahl sind, klärt dieser Test ab.
Das Wichtigste in Kürze
Vorteile
Nachteile
Proton VPN im Überblick
Der Anbieter aus Genf gehört zu den wenigen im Markt, bei dem Marketing-Versprechen und Realität halbwegs deckungsgleich bleiben. Schweizer Rechtsstandort, Non-Profit-Struktur seit 2024 und Open-Source-Apps belegen das auf der strukturellen Seite. Die No-Logs-Richtlinie wurde zum vierten Mal in Folge von Securitum geprüft, der Bericht liegt frei im Netz. So viel zum Lob.
Die längere Version hat Haken. Das Stealth-Protokoll vermarktet Proton als China-tauglich, zuverlässig funktioniert es dort aber nicht. Gegenüber Android und Windows ist die iOS-App funktional deutlich abgespeckt. Post-Quantum-Verschlüsselung, bei NordVPN, ExpressVPN und Mullvad längst live, fehlt bei Proton bis heute. Dazu kommt, dass seit Ende 2024 nicht mehr jeder Nutzer in der App alle Server sieht, was eine laute Community-Debatte ausgelöst hat.

VPN Plus kostet im 2-Jahres-Abo 2,99 € pro Monat, Proton Unlimited inklusive Mail, Drive, Pass und Calendar liegt im Jahresabo bei 9,99 €. Konkurrenzlos ist der Free-Plan: das einzige Gratis-VPN auf dem Markt ohne Datenlimit und ohne Werbung, mit derselben Verschlüsselung wie im Bezahltarif. Dieses Argument trägt allerdings nur das Datenvolumen und die Verschlüsselung, den Funktionsumfang nicht.
Datenschutz auf belastbarer Grundlage bekommt bei Proton VPN, wer ihn ernsthaft braucht. Journalisten zum Beispiel, Anwälte mit Mandantengeheimnis, Aktivisten, oder schlicht Leute, die ihren Behörden nicht über den Weg trauen. Für US-Netflix oder Telefonate aus Shanghai ist ExpressVPN die bessere Adresse. Wer jedes letzte Mbit aus seiner Gigabit-Leitung herausquetschen will, greift zu NordVPN. Beim Speed liegt Proton im Mittelfeld der Premiumanbieter, beim Komfort auch. Was es einzigartig macht, ist die Kombination aus Schweizer Sitz, eigener Hardware und auditierten Open-Source-Apps. Bei kaum einem anderen Anbieter muss man weniger raten, wem man da eigentlich vertraut.

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Das Unternehmen hinter Proton VPN
Wenn ein Anbieter mit Vertrauen wirbt, lohnt der Blick auf die Eigentümer. Bei Proton entscheidet sich Vertrauenswürdigkeit selten an der Technik, sondern an der Eigentümerstruktur, am Rechtsstandort und daran, was passiert, wenn eine Behörde anklopft. All das hat das Unternehmen ungewöhnlich gut dokumentiert.
Stiftungsstruktur und Eigentümerverhältnisse
Proton VPN gehört zur Proton AG mit Sitz in Genf. Gegründet hat den Dienst 2017 ein Team aus dem CERN-Umfeld, angeführt von Andy Yen, einem in Harvard promovierten Teilchenphysiker, der in einer Branche voller schweigender CEOs ungewöhnlich oft Position bezieht. Die erste Finanzierung kam 2014 aus einer Crowdfunding-Kampagne, spätere Runden vom Schweizer Non-Profit FONGIT und der US-Firma Charles River Ventures. CRV hat seinen Anteil 2021 verkauft, seitdem sitzt kein Venture-Capital-Investor mehr im Kapitalstock. Eine im VPN-Markt seltene Konstellation und der Grund, warum Proton sich die Stiftungsumwandlung überhaupt leisten konnte.

Im Juni 2024 überführte Proton sein Eigentum in eine Stiftungsstruktur. Die gemeinnützige Proton Foundation ist seither Mehrheitsaktionärin der weiterhin gewinnorientierten Proton AG. Im Board of Trustees sitzen neben Andy Yen auch Tim Berners-Lee (Erfinder des World Wide Web) und die Oxford-Ethikerin Carissa Véliz, keine üblichen Beiräte für ein VPN-Unternehmen. Die Konstruktion macht eine feindliche Übernahme juristisch unmöglich und bindet das Unternehmen an seinen Gründungszweck. Vergleichbare Modelle bei Mozilla und Signal sind auf externe Geldgeber und Spenden angewiesen; Proton finanziert sich aus dem eigenen Abogeschäft, und das macht den Unterschied, sobald ein Geldgeber am Produktkurs mitreden will.
Schweizer Rechtsstandort: Vor- und Nachteile
Der Schweizer Rechtsstandort ist der eigentliche strukturelle Vorteil und erklärt, warum Proton in einem Atemzug mit Mullvad genannt wird, nicht mit den großen US-nahen Anbietern. Die Schweiz gehört keiner der Geheimdienst-Allianzen rund um die Five Eyes an. IP-Adressen gelten nach Schweizer Verfassung als personenbezogene Daten, und Anfragen ausländischer Behörden müssen über Schweizer Gerichte laufen, die sie nach Schweizer Recht prüfen, statt sie automatisch durchzuwinken.

So viel zur Theorie. 2021 gab Proton Mail (nicht Proton VPN) nach einer über Europol gestellten Rechtshilfeanfrage die IP-Adresse eines französischen Klimaaktivisten an die Schweizer Justiz weiter, von wo aus sie nach Frankreich ging. Andy Yen bestätigte den Vorfall öffentlich und verwies darauf, dass das Unternehmen einem Schweizer Gerichtsbeschluss nicht widersprechen kann. Juristisch korrekt, PR-technisch ein Desaster, weil das damalige Marketing-Versprechen („We do not keep IP logs“) exakt das Gegenteil suggeriert hatte.
Entscheidend für VPN-Nutzer ist eine Differenzierung, die in der Aufregung damals unterging: Schweizer Recht behandelt E-Mail- und VPN-Anbieter unterschiedlich. Mail-Provider können verpflichtet werden, IP-Adressen einzelner Konten mitzuschneiden. VPN-Anbieter nicht. Netzpolitik und andere unabhängige Medien haben diese Trennung bestätigt.
Im März 2026 wiederholte sich das Muster. 404 Media berichtete, dass Proton Mail nach einer MLAT-Anfrage Schweizer Behörden Zahlungsdaten eines Aktivisten der „Stop Cop City“-Bewegung in Atlanta herausgab. Das FBI nutzte die Daten zur Identifizierung. Wieder ging es nicht um E-Mail-Inhalte oder VPN-Logs, sondern um Kreditkarten-Metadaten, die Proton aus Abrechnungsgründen ohnehin halten muss. Wer wirklich anonym bleiben will, zahlt bei Proton mit Bitcoin oder schickt Bargeld nach Genf. Beides bietet das Unternehmen ausdrücklich an.
Was das für deutsche Nutzer heißt? VPN-Nutzung ist in Deutschland uneingeschränkt legal. Strafbar wird allenfalls, was über die Verbindung läuft. Schweizer Anbieter wie Proton stehen außerhalb der EU-Datenspeicherungsdiskussion, sind über die DSGVO indirekt eingebunden, aber nicht primär verpflichtet.
Die Lehre aus beiden Fällen: Auch ein Schweizer Anbieter unterliegt Schweizer Recht, und Recht kann sich ändern, was bei einem Gesetz namens VÜPF gerade passiert.
VÜPF: Der entscheidende Streit für 2026
Im März 2025 kündigte der Schweizer Bundesrat an, die Verordnung über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (VÜPF) zu revidieren. Künftig sollen auch VPN-, Messenger- und E-Mail-Dienste mit mehr als 5.000 Nutzern unter die Regelung fallen. Aus dem Beamtendeutsch übersetzt: Proton müsste seine Nutzer identifizieren und Verbindungs-Metadaten speichern. Auf richterliche Anordnung müsste der Anbieter sogar die eigene Verschlüsselung umgehen können. Gegen genau diese Art von Vorhaben lobbyiert Proton seit Jahren in Brüssel und Bern. Jetzt kommt es aus dem eigenen Land.
Andy Yen hat öffentlich erklärt, Proton würde die Schweiz in diesem Fall verlassen, vermutlich Richtung EU. Hinter dieser Aussage steht keine PR-Drohung, sondern betriebswirtschaftliche Logik: Ein Anbieter, der Datenschutz verkauft, kann nicht in einem Land sitzen, das ihm die Aushöhlung dieses Versprechens vorschreibt. Die Konsultationsphase lief bis Mitte 2025. Ein finaler Beschluss steht bei Redaktionsschluss aus.
Parallel dazu weist der Proton-Transparenzbericht 2024 einen Anstieg behördlicher Anfragen um 72 Prozent auf rund 11.500 aus. Schweizer Juristen wie Martin Steiger führen den Sprung auch auf das gewachsene Pauschal-Abrechnungsmodell zurück. Zur Einordnung: Die meisten Anfragen betreffen Proton Mail, nicht Proton VPN, und für die VPN-Sparte wurden bisher null Verbindungsdaten herausgegeben, einfach weil Proton sie nicht speichert.
Was das praktisch für deutsche Nutzer bedeutet: Solange die VÜPF-Revision nicht rechtskräftig ist, bleibt Proton VPN eines der juristisch am besten abgesicherten Angebote auf dem Markt. Wird sie durchgesetzt, steht Proton vor der Wahl, die Schweiz zu verlassen oder seine Garantien aufzuweichen. Das ist die einzige offene Frage, die ein Käufer 2026 im Hinterkopf behalten sollte. Eine 2-Jahres-Bindung ist eine Wette, vermutlich eine sichere, weil Proton ökonomisch jeden Grund hat, sich gegen Aushöhlungen zu wehren. Aber eben eine Wette, und eine Sonderkündigung außerhalb der 30-Tage-Garantie gibt es nicht.
ProtonVPN Preise und Tarife 2026 in Euro
Proton verkauft drei Stufen. Der Free-Plan kostet nichts, VPN Plus ist das reine VPN-Abo, Proton Unlimited kommt als Komplettpaket inklusive Mail, Drive, Pass und Calendar. Für deutsche Kunden rechnet Proton in Euro ab, nicht in Dollar. Englischsprachige Vergleichsportale übersehen das regelmäßig.
Tarif-Übersicht im Vergleich
| Free | VPN Plus | Proton Unlimited | |
|---|---|---|---|
| Preis 2-Jahres-Abo | 0 € | 2,99 € / Monat | — |
| Preis Jahresabo | 0 € | 3,99 € / Monat | 9,99 € / Monat |
| Preis Monatsabo | 0 € | 9,99 € / Monat | 12,99 € / Monat |
| Server | 10 Länder, algorithmisch zugewiesen | 20.000+ in 145+ Ländern | 20.000+ in 145+ Ländern |
| Gleichzeitige Geräte | 1 | 10 | 10 |
| Geschwindigkeit | 40–120 Mbit/s | Volle Speed | Volle Speed |
| Streaming garantiert | Nein | Ja, Plus-Server | Ja, Plus-Server |
| P2P / Torrenting | Gesperrt | Ja, Auf P2P-Servern | Ja, Auf P2P-Servern |
| NetShield (Werbe-/Tracker-Blocker) | Nein | Ja | Ja |
| Secure Core (Multi-Hop) | Nein | Ja | Ja |
| Stealth-Protokoll | Nein | Ja | Ja |
| Split Tunneling | Nein | Ja | Ja |
| Port Forwarding | Nein | Ja | Ja |
| Proton Mail | 1 GB, 1 Adresse | — | 500 GB, 3 Domains, 15 Adressen |
| Proton Drive | 5 GB | — | 500 GB |
| Proton Pass | Basis-Version | — | Premium + Dark-Web-Monitoring |
| Proton Calendar | 3 Kalender | — | 25 verschlüsselte Kalender |
| 30-Tage-Geld-zurück | n/a | Ja | Ja |

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Das spart gegenüber dem Monatsabo rund 70 Prozent. Wer auf der Preisseite plötzlich 4,49 € statt 2,99 € sieht, wundere sich nicht: Proton fährt regelmäßig A/B-Tests und zeigt verschiedenen Besuchern unterschiedliche Preise. Legal, aber ärgerlich. Workaround: die Preisseite im Inkognito-Modus öffnen, bei Bedarf mit aktivem VPN auf einem anderen Land, und den niedrigsten Preis nehmen.
Lohnt sich Proton Unlimited gegenüber VPN Plus?
Hängt davon ab, was du heute schon nutzt. Einzeln kosten die Dienste regulär rund 25 € pro Monat (Mail Plus 4,99 €, Drive Plus 4,99 €, Pass Plus 4,99 €, VPN Plus 9,99 €). Unlimited bündelt das für 9,99 € regulär oder ~5 € im Aktionspreis. Rechnerisch spricht alles dafür. In der Praxis lohnt es sich nur, wenn du mindestens zwei der Zusatzdienste tatsächlich aktiv nutzt:
- Proton Mail als Hauptpostfach mit eigener Domain ist ein vollwertiger Gmail- oder Outlook-Ersatz, 500 GB großzügig. Haken: kein direkter IMAP/SMTP-Zugriff. Für Thunderbird, Apple Mail oder Outlook braucht man die kostenpflichtige Proton Mail Bridge auf dem Desktop, die auf iOS und Android schlicht nicht existiert.
- Proton Drive hat seit 2024 native Apps für Windows, Mac, iOS und Android und bietet OneDrive und Dropbox Paroli. An Google Drive oder iCloud bei der Office-Integration kommt es nicht heran. Für Backups und Steuerunterlagen reicht es hervorragend, für kollaboratives Arbeiten im Browser nicht.
- Proton Pass ist seit 2024 erwachsen: unbegrenzte Aliasse über SimpleLogin, Dark-Web-Monitoring, integrierter 2FA-Authenticator. Bitwarden ist günstiger, 1Password polierter, im Unlimited-Bundle ist Pass aber effektiv kostenlos. Naheliegender Umstieg für 1Password-Flüchtlinge (Stichwort Cloud-Pflicht ab Version 8).
- Proton Calendar und Proton Wallet sind mit drin, für die meisten aber Beigaben.
Unlimited: Wer Google oder Microsoft als Mail- und Cloud-Anbieter ablösen will, bekommt das datenschutztauglichste Komplettpaket auf dem Markt, alles unter einem Login.
Plus: Wer beim aktuellen E-Mail- und Cloud-Setup bleiben will und nur ein VPN sucht, spart mit dem 2-Jahres-Plus-Abo erheblich.
Geld-zurück, Bezahlung, Laufzeit
Die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie gilt für alle Bezahltarife, ist laut Proton-AGB aber standardmäßig anteilig. Wer nach 17 Tagen kündigt, bekommt rechnerisch 13 Tage erstattet. Eine vollständige Rückzahlung gewährt Proton ausdrücklich „auf Wunsch“ für VPN- und Drive-Abos, also nur, wenn man im Support-Ticket explizit „full refund“ anfordert. Sonst wird automatisch anteilig abgerechnet.
Bei den Zahlungsmethoden gehört Proton zu den wenigen Anbietern, die konsequent anonymes Bezahlen anbieten. Visa, Mastercard, American Express und PayPal sind dabei, dazu Bitcoin und Barzahlung per Post nach Genf. Bargeld- und Banküberweisungs-Zahlungen sind allerdings vom Refund ausgeschlossen, das steht so in den AGB. Für deutsche Kunden wird in Euro abgerechnet, die Schweizer Mehrwertsteuer fällt nicht an, dafür greift der reguläre EU-Umkehrsteuermechanismus.
Die Laufzeit verlängert sich automatisch. Gekündigt wird über das Account-Dashboard durch ein Downgrade auf Free, das zum Ende der laufenden Periode wirksam wird. Käufe über App Store oder Google Play laufen über Apples bzw. Googles Refund-Prozess, nicht über Proton. Wer das Risiko einer 2-Jahres-Bindung scheut, fährt mit dem Jahresabo sicherer; der Aufpreis liegt bei rund 24 € über zwei Jahre.
Der Free-Plan: ehrlich bewertet
Proton VPN Free ist das einzige kostenlose VPN, das man Erwachsenen guten Gewissens empfehlen kann. Datenvolumen unbegrenzt, Verschlüsselung wie im Bezahltarif, keine Werbung, kein Tracking, kein nerviges Drängen aufs Upgrade. In dieser Kombination steht es allein auf dem Markt.
Proton VPN Free im Vergleich mit anderen kostenlosen Anbietern
| Anbieter | Datenlimit | Server-Länder | Eigenes Gerätelimit |
|---|---|---|---|
| Proton VPN Free | Ja, Unlimitiert | 10 | 1 |
| Windscribe Free | 10 GB / Monat | 11 | Unlimitiert |
| hide.me Free | 10 GB / Monat | 8 | 1 |
| PrivadoVPN Free | 10 GB / Monat | 12 | 1 |
| TunnelBear Free | 2 GB / Monat | 47 | Unlimitiert |
| Atlas VPN Free | 5 GB / Monat | 3 | 2 |
| Hotspot Shield Free | 500 MB / Tag | 1 | 1 |
Wer mehr als 10 GB pro Monat braucht, also alle, die das VPN täglich nutzen, statt nur einmal das Hotel-WLAN abzusichern, landet zwangsläufig bei Proton. Die anderen Anbieter decken gelegentlichen Bedarf ab; Proton ist das einzige Gratis-VPN, das für tägliche Nutzung gebaut ist.
Seit dem Winter-Update 2025 stehen zehn Länder zur Verfügung, vorher waren es fünf. Niederlande, Japan, Rumänien, Polen und USA gehörten schon zur ersten Auswahl. Norwegen, Schweiz, Singapur, Mexiko und Kanada kamen 2025 dazu. Ein Deutschland-Server fehlt weiterhin. Aus Deutschland landet man meist auf den Niederlanden oder der Schweiz.

Den Haken zeigt der Free-Plan bei der Server-Wahl: Manuell wählen geht nicht. Die App verbindet automatisch mit einem freien Standort, und „frei“ heißt in der Praxis oft „der Server, der gerade keine Schlange hat“, nicht „der, den man wollte“. Wer gezielt eine US-IP für ein US-only-Video braucht, klickt sich nicht selten dreimal durch trennen-und-neu-verbinden, bis der Algorithmus mitspielt. Erträglich, weil gratis. Wer es regelmäßig macht, ist bereits dort, wo Proton einen haben will: am Upgrade-Knopf.
Bei Sicherheit macht Proton keinen Unterschied zwischen Free und Paid. AES-256, WireGuard, Kill Switch, DNS-Leak-Schutz, No-Logs-Politik und Open-Source-Apps gelten überall identisch. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Bei den meisten Gratis-VPNs findet man ältere Protokolle oder weniger gewarteten Code, manchmal auch einen abgeschalteten Kill Switch, weil Sicherheits-Features Geld kosten. Securitum hat in jedem der vier Audits seit 2022 bestätigt, dass auch auf den Gratis-Servern keine Nutzeraktivität geloggt wird.
Was fehlt, ist Funktionsumfang, nicht Sicherheit. Streaming-Garantie, P2P, Secure Core, Split Tunneling und Stealth bleiben dem Bezahltarif vorbehalten, dazu der Multi-Device-Support (Free: 1 Gerät). Free-Server liefern je nach Tageszeit 40 bis 120 Mbit/s, Paid-Server 500 bis 700. Für HD-Streaming und alltägliches Surfen reicht das. Für 4K oder ein Gigabit-Setup im Heimnetz nicht.
Geschwindigkeit im Test
Bis vor zwei, drei Jahren war Proton VPN der langsame Anbieter im Vergleichsfeld. 2022 lautete die Bilanz nach jedem Speedtest gegen NordVPN oder ExpressVPN: Sicherheit ja, Geschwindigkeit nein. Diese Zeit ist vorbei. 10-Gbit-Backbone-Server, die hauseigene VPN-Accelerator-Technologie und der flächendeckende Wechsel auf WireGuard haben Proton in die obere Hälfte des Marktes geschoben. Das schnellste VPN ist es nicht. Zu den schnellsten gehört es jetzt aber.
Test-Methodik
Gemessen in Berlin auf einer 935/48-Mbit-Vodafone-Kabelleitung mit MacBook Pro M3 über Ethernet, ohne parallele Downloads. Als Tool kam Ookla Speedtest gegen den jeweils nächsten Server am VPN-Austritt zum Einsatz, der Cloudflare Speed Test diente als Gegenprobe. Pro Standort und Protokoll wurde mehrfach gemessen, über verschiedene Tage und Tageszeiten. Angegeben sind die Mediane. Als Vergleich liefen NordVPN (NordLynx) und ExpressVPN (Lightway UDP) auf derselben Leitung mit identischer Methodik, der VPN Accelerator war aktiviert. Eigene Werte können je nach Anschluss, Tageszeit und Server-Auslastung 10 bis 30 Prozent abweichen. Werte aus anderen Tests bei Tom’s Guide, CyberInsider oder vpnoverview liegen in derselben Größenordnung.
Ergebnisse Proton VPN: Median in Mbit/s
| Server | Entfernung | WireGuard | OpenVPN UDP | Stealth | Verlust ggü. Basisleitung |
|---|---|---|---|---|---|
| Frankfurt (DE) | ~430 km | 872 | 245 | 391 | 7 % |
| Amsterdam (NL) | ~580 km | 841 | 238 | 384 | 10 % |
| Zürich (CH) | ~840 km | 798 | 224 | 362 | 15 % |
| London (UK) | ~930 km | 712 | 198 | 318 | 24 % |
| New York (US) | ~6.400 km | 612 | 142 | 247 | 35 % |
| Los Angeles (US) | ~9.300 km | 487 | 98 | 184 | 48 % |
| Tokio (JP) | ~9.000 km | 392 | 81 | 156 | 58 % |
| Sydney (AU) | ~16.100 km | 218 | 54 | 96 | 77 % |
Auf nahen Servern verliert Proton nur 7 bis 15 Prozent der Basisleitung, was im VPN-Markt sehr gut ist. Über den Atlantik hilft der VPN Accelerator spürbar: Nach Los Angeles fiel der Wert ohne Accelerator auf rund 218 Mbit/s, mit Accelerator auf 487. Faktor zwei. Die 77 Prozent Verlust nach Sydney gelten für jeden VPN-Anbieter, physikalische Latenz lässt sich nicht wegoptimieren.
Direkter Vergleich, Median Frankfurt-Server:
| Anbieter | Mbit/s | Verlust ggü. Basis |
|---|---|---|
| NordVPN (NordLynx) | 921 | 1 % |
| ExpressVPN (Lightway UDP) | 887 | 5 % |
| Proton VPN (WireGuard) | 872 | 7 % |
| Surfshark (WireGuard) | 845 | 10 % |
| Mullvad (WireGuard) | 754 | 19 % |
NordVPN liegt knapp 50 Mbit/s vorn, ExpressVPN ein paar dahinter, Proton auf Platz drei. Eine Differenz, die in der Tabelle existiert und im Alltag nicht. Ob beim Streaming, beim Videocall oder beim Download, das merkt niemand. Für den Synthetik-Benchmark greift man zu NordVPN; wer schlicht ein schnelles VPN sucht, ist bei Proton angekommen.
Für die meisten deutschen Haushalte mit 250- oder 500-Mbit-Anschluss ist die Leitung der Flaschenhals, nicht das VPN. Wer Gigabit hat, verliert je nach Server 10 bis 25 Prozent; auf kurzen Strecken kaum messbar. Richtung USA oder Asien greift der VPN Accelerator, parallelisiert die Paketverarbeitung und steigert laut Proton die Langstrecken-Performance um bis zu 400 Prozent. Nach App-Updates muss man ihn gelegentlich manuell nachaktivieren.
Protokollwahl: WireGuard, OpenVPN oder Stealth?
WireGuard ist die schnellste Option und die einzige, die man im Alltag nutzen sollte. OpenVPN lag bei rund 240 Mbit/s, deutlich hinter Surfshark oder NordVPN, ein bekannter Proton-Schwachpunkt, der in den Foren seit Jahren auftaucht. Das Stealth-Protokoll erreichte 390 Mbit/s, überraschend hoch für Obfuskation. IKEv2 ist nur noch auf macOS und iOS verfügbar und läuft aus.
Für den Alltag empfiehlt sich der Smart-Modus. Bleibt er aktiviert, nimmt die App automatisch WireGuard. OpenVPN sollte man nur manuell wählen, wenn WireGuard im Netzwerk blockiert ist, etwa in restriktiven Firmen-WLANs. Secure Core kostet durch die Doppelverschlüsselung zusätzlich 40 bis 55 Prozent Geschwindigkeit. Das ist erwartbar. Man setzt es aus Datenschutzgründen ein, nicht aus Performance-Gründen.
Sicherheit und Verschlüsselung
Bei der Verschlüsselung spielt Proton VPN in derselben Klasse wie Mullvad und ein, zwei andere Spitzenanbieter, deutlich oberhalb dessen, was die meisten kommerziellen VPNs auffahren. Die Implementierung ist konservativ, was hier ein Lob ist. Proton experimentiert nicht mit Eigenkonstrukten und schustert auch nichts zusammen, sondern setzt auf bewährte Algorithmen in der jeweils aktuellen Version. In manchen Punkten übertrifft Proton sogar das Schutzniveau der direkten Konkurrenz, etwa beim mehrstufigen Kill Switch oder weil die Multi-Hop-Hardware unter eigener Kontrolle steht. Dass alle Apps quelloffen sind, kommt hinzu.
Verschlüsselungs-Stack
- Chiffren: AES-256, der Industriestandard auch im Banken- und Behördenumfeld, oder ChaCha20 bei WireGuard, das auf mobilen Geräten effizienter läuft
- Schlüsselaustausch: RSA mit 4096 Bit
- Integritätssicherung: HMAC SHA384
- Perfect Forward Secrecy: Für jede Sitzung wird ein neuer Schlüssel generiert und nach Sitzungsende gelöscht. Selbst wenn ein Angreifer den Datenverkehr heute aufzeichnet und in Jahren einen Schlüssel abgreift, bleiben frühere Sitzungen unlesbar.
Unterstützte Protokolle
Proton unterstützt WireGuard, OpenVPN (UDP und TCP) und das hauseigene Stealth-Protokoll. IKEv2 läuft aus und wird auf macOS seit 2025 schrittweise entfernt. Auf L2TP und PPTP verzichtet Proton bewusst, beide Protokolle gelten heute als unsicher und haben bei einem seriösen Anbieter 2026 nichts mehr zu suchen.
Kill Switch (Standard und Advanced)
Der Kill Switch ist zweistufig. Der Standard-Kill-Switch kappt die Internetverbindung, sobald der VPN-Tunnel unbeabsichtigt abbricht. Der Advanced Kill Switch auf Windows und Linux geht weiter. Er blockiert jeden Internetzugriff, solange Proton VPN nicht aktiv verbunden ist. Das gilt auch direkt nach dem Systemstart oder wenn die App manuell geschlossen wird.

Das ist die richtige Einstellung für alle, die garantieren wollen, dass keine unverschlüsselten Pakete nach draußen gehen.
Secure Core: Multi-Hop über Schweden, Island und die Schweiz
Secure Core ist Protons Multi-Hop. Dein Datenverkehr läuft zuerst über einen Proton-eigenen Server in der Schweiz, Island oder Schweden, bevor er ins Zielland weitergeleitet wird. Die drei Länder sind gezielt gewählt. Dort gibt es starke Datenschutzgesetze und keine verpflichtende Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten. Die schwedischen Server stehen in einem ehemaligen Hochsicherheits-Bunker, die isländischen in einer umgebauten Militärbasis. Alle sind full-disk-verschlüsselt und werden ausschließlich von Proton selbst betrieben. Bei NordVPN oder Surfshark laufen die Multi-Hop-Server meist auf gemieteter Infrastruktur, hier liegt ein echter Unterschied.
Sinnvoll wird das für Journalisten und Whistleblower oder alle, deren Bedrohungsmodell gezielte Überwachung einschließt. Für den Alltagsnutzer überdimensioniert.
Leak-Tests und der Venak-Vorwurf
Die Leak-Tests haben in unserer Überprüfung keine Auffälligkeiten gezeigt. Die echte IP-Adresse blieb sowohl bei IPv6- als auch bei DNS- und WebRTC-Tests verborgen. Proton betreibt eigene DNS-Server im VPN-Tunnel, was verhindert, dass Anfragen über den Internetanbieter laufen. Eine praktische Einschränkung bleibt: IPv6 wird nicht geroutet, sondern blockiert. Mehr dazu weiter unten.
Ein Vorwurf von Venak Security im Januar 2025, Proton würde WireGuard-Schlüssel im Speicher unzureichend schützen, hat kurz für Wirbel gesorgt und sich beim zweiten Hinsehen aufgelöst. Der Test machte ausschließlich öffentliche Schlüssel sichtbar, nicht private; bei asymmetrischer Verschlüsselung ist der öffentliche Schlüssel per Definition öffentlich. Perfect Forward Secrecy sorgt zudem für regelmäßige Rotation der Sessionschlüssel. Unabhängige Sicherheitsforscher haben Protons Einordnung bestätigt, der Vorwurf gilt heute als Fehlalarm. Die Stellungnahme ist im Engadget-Review dokumentiert.
Post-Quantum-Encryption: Protons schwächster Punkt
Seit August 2024 sind die NIST-Standards für quantenresistente Verschlüsselung final (ML-KEM, ML-DSA). Der Bedrohungsvektor heißt „Harvest now, decrypt later“: Geheimdienste zeichnen verschlüsselten Verkehr heute auf, um ihn in fünf bis fünfzehn Jahren mit Quantencomputern zu entschlüsseln.
Die Konkurrenz ist weiter. NordVPN hat ML-KEM seit 2025 in NordLynx live, ExpressVPN baute es in Lightway ein, Mullvad in seine WireGuard-Variante. Proton gehört zu den wenigen großen Anbietern ohne Post-Quantum-Verschlüsselung im Tunnel. David Peterson, General Manager Proton VPN, hat das gegenüber Tom’s Guide bestätigt: „Ein Marathon, kein Sprint“, man wolle es einmal sauber im gesamten Proton-Ökosystem ausrollen. Der 2025/26-Roadmap-Eintrag nennt PQE als Teil der neuen WireGuard-Architektur, ohne Termin.
Mit der Spring/Summer-2026-Roadmap hat Proton den Unterbau angekündigt. Eine komplett neu geschriebene WireGuard-Codebase steckt bereits in der Beta auf Android und Windows und soll später die Grundlage für PQE liefern. Ein konkreter Liefertermin fehlt weiterhin.
Für die Mehrheit der Nutzer irrelevant. Für Journalisten und Anwälte mit langen Aufbewahrungspflichten oder Aktivisten unter Beobachtung sieht es anders aus. Wer Verkehr produziert, der heute aufgezeichnet und in zehn Jahren auf einem Quantencomputer entschlüsselt werden könnte, hat hier einen echten Punkt. Es ist gleichzeitig der einzige, in dem Proton hinter der Konkurrenz zurückliegt, ausgerechnet beim Bedrohungsmodell, für das der Anbieter sich am lautesten empfiehlt. Passt nicht ganz zusammen.
Audits und No-Logs-Politik
Eine No-Logs-Politik ohne externe Prüfung ist erst mal nur eine Behauptung. Ein Audit macht daraus etwas Überprüfbares, und wenn er sich jährlich wiederholt, wird daraus ein Prozess, dem man halbwegs trauen kann. Bei diesem Übergang liegt Proton im Spitzenfeld der Branche. Entscheidend sind dabei nicht die Anzahl der Audits, sondern deren Tiefe und die Frage, wer sie nachlesen darf.
Securitum-Audit, vier Jahre in Folge
Die No-Logs-Richtlinie wurde zuletzt im August 2025 von der polnischen Sicherheitsfirma Securitum geprüft, das vierte Audit in Folge nach 2022, 2023 und 2024. Alle Berichte sind auf der Proton- und Securitum-Website abrufbar. Zwei Senior Consultants verbrachten drei Tage vor Ort in Zürich, prüften zufällig ausgewählte Produktivserver samt Konfigurationsdateien, schauten sich operative Abläufe an und sprachen mit Engineering und Betrieb. Ergebnis: weder Nutzeraktivitäten noch Verbindungs-Metadaten werden gespeichert, Deep Packet Inspection findet ebenfalls nicht statt. Einzige Ausnahme bilden die Gratis-Server, wo BitTorrent live erkannt und blockiert wird, ohne dass dabei Daten auf Disk landen. Der vollständige Bericht ist als PDF einsehbar. Vier aufeinanderfolgende Audits zeigen, dass Proton den Standard auch über Architektur-Änderungen hinweg hält. Bemerkenswert am aktuellen Bericht ist die Bestätigung, dass Proton VPN auf eigener Bare-Metal-Hardware läuft.
App-Audits, SOC2, Transparenzbericht, Vergleich
Securitum hat zusätzlich den Code aller Apps geprüft, von Windows über macOS und Linux bis iOS und Android, ohne kritische Schwachstellen zu finden. Im Juli 2025 kam ein SOC2 Type II-Audit für die operativen Sicherheitskontrollen dazu. Sämtliche Apps liegen auf GitHub. Ein laufendes Bug-Bounty-Programm zahlt für gemeldete Schwachstellen. Der Transparenzbericht weist für die VPN-Sparte 29 bearbeitete Rechtshilfeanfragen bis Juni 2025 aus, alle 29 abgelehnt. Schweizer Recht verbietet es Proton schlicht, IPs von VPN-Nutzern mitzuschneiden.
In der reinen Anzahl liegt Proton hinter NordVPN (sechs Audits, vier davon Deloitte) und ExpressVPN (20+). Bei der Zugänglichkeit steht Proton allein vorn. NordVPN legt seinen Deloitte-Bericht nur nach Login offen, Proton publiziert seinen frei als PDF. Sechs versperrte Audits sind weniger wert als vier offene.
Streaming im Test
Streaming ist für viele der einzige Grund, überhaupt ein VPN zu kaufen. Proton hatte hier lange den Anschluss verloren; bis etwa 2022 tauchte es in Netflix-Geo-Blocking-Tabellen meist als rotes Kreuz auf. Das hat sich grundlegend geändert. Auf den dafür vorgesehenen Servern läuft heute fast alles, was läuft, mit ein paar deutschen Spezialfällen.
Voraussetzung ist allerdings ein Bezahltarif. Mit dem Free-Plan lassen sich die meisten Dienste aufrufen, werden aber regelmäßig erkannt und blockiert, weil die Free-IP-Bereiche bei Netflix und Co. längst auf Listen stehen. Für VPN Plus und Unlimited betreibt Proton eigene Plus-Server mit 10-Gbit-Anbindung, die auf unserer Berliner 1-Gbit-Leitung rund 870 Mbit/s liefern. Das reicht für mehrere parallele 4K-Streams.

Praxistipp: Quick Connect ist bequem, für Streaming aber ein Glücksspiel. Der Algorithmus landet mal auf einem Plus-Server, mal auf einem regulären. Unter Einstellungen ein Profil mit dem bevorzugten Streaming-Server anlegen und „Moderate NAT“ aktivieren, dann ist der zweite Versuch tatsächlich der letzte.
Streaming-Kompatibilität im Überblick
Basis: eigene Stichproben Frühjahr 2026 plus Community-Berichte (Reddit r/ProtonVPN, Trustpilot). Streaming-Erfolg schwankt wöchentlich; wenn ein Dienst nicht mehr läuft, hilft meist ein Server-Wechsel innerhalb des Landes.
| Dienst | Funktioniert? | Empfohlener Server |
|---|---|---|
| Netflix US / UK / DE / JP / FR | Ja, Stabil | Plus-Server im Zielland |
| Netflix BR / KR | Gelegentlich, Serverwechsel nötig | Wechseln innerhalb des Landes |
| Disney+ | Ja, Stabil | Plus-Server, beliebiges Land |
| Amazon Prime Video | Ja, Stabil | Plus-Server im Zielland |
| BBC iPlayer | Ja, Stabil | UK-Plus-Server |
| ITVX / Channel 4 | Ja, Stabil | UK-Plus-Server |
| HBO Max | Ja, Stabil | US-Plus-Server |
| Hulu | Ja, Stabil | US-Plus-Server |
| ARD / ZDF Mediathek | Ja, Stabil | Berlin oder Frankfurt |
| Arte / 3sat | Ja, Stabil | Berlin oder Frankfurt |
| Joyn / ProSieben / Sat.1 | Ja, Stabil | Berlin oder Frankfurt |
| RTL+ | Teils, Live-Streams oft blockiert | Frankfurt, ggf. mehrfach wechseln |
| WOW / Sky Deutschland | Nein, Inhalte spielen meist nicht | (kein VPN-Anbieter zuverlässig) |
| DAZN | Ja, Stabil in DE / IT / CH | Plus-Server im jeweiligen Land |
| MagentaTV / waipu.tv | Teils, IP-Lock auf DE-Anschluss | Frankfurt, Erfolg nicht garantiert |
| ServusTV / ORF (Österreich) | Teils, Geo-Lock teils aktiv | Wien-Server, vorher testen |
| SRF (Schweiz) | Ja, Stabil | Zürich-Plus-Server |
Auffällig sind zwei Punkte. Die deutschen Mediatheken funktionieren erfreulich zuverlässig, was bei Konkurrenten nicht immer selbstverständlich ist. Bei den deutschen Pay-TV-Angeboten (WOW, teilweise RTL+) bleibt Proton dagegen genauso machtlos wie der Rest des Marktes. Diese Anbieter haben massiv in IP-Erkennung investiert, ein Wechsel zu NordVPN oder ExpressVPN würde daran nichts ändern.
Torrent und P2P
Was beim Streaming gilt, gilt beim Torrenting noch stärker: Proton arbeitet hier mit dedizierten Servern, die man finden muss, und mit zwei Einschränkungen, die man vor dem ersten Torrent kennen sollte.
P2P ist auf dem Free-Plan komplett gesperrt. Ein Torrent mit Gratis-Account bleibt bei 0 Prozent stehen. Das ist keine Drosselung, sondern eine aktive Blockade auf Protokoll-Ebene (Securitum-Audit 2025 hat bestätigt, dass dabei keine Nutzerdaten mitgeschrieben werden). Fürs Torrenting brauchst du VPN Plus oder Unlimited.
P2P ist nicht auf allen Paid-Servern erlaubt. Proton hat dafür eigene P2P-optimierte Server eingerichtet, in der App mit Doppelpfeil-Symbol markiert, verfügbar in über 90 Ländern. Aus Deutschland heraus interessant: Standorte in der Schweiz, in den Niederlanden, in Rumänien und Island. Reine Streaming- oder Secure-Core-Server taugen dafür nicht. Wer dort landet, sieht im Torrent-Client keine Peers.
Port Forwarding
Port Forwarding macht beim Torrenting den Unterschied zwischen einem unvollständigen und einem vollwertigen Peer im Schwarm (Community-Berichte nennen Geschwindigkeitsgewinne von 15 bis 25 Prozent, deckt sich mit unseren Stichproben). Unter Windows und Linux ist es direkt in der App ein Klick, auf macOS läuft es als Early-Access-Feature. Auf iOS und Android existiert die Funktion schlicht nicht, eine der größeren Inkonsistenzen im Proton-Ökosystem und ohne Lösung in Sicht.
Der Ablauf am Desktop sieht so aus: unter Einstellungen → Erweitert „Port forwarding“ aktivieren, dann zu einem Server mit Doppelpfeil-Icon verbinden, Port-Nummer in den Torrent-Client eintragen. Achtung: Die Port-Nummer ändert sich bei jeder neuen VPN-Verbindung. Zum Automatisieren liegen auf GitHub einschlägige NAT-PMP-Skripte bereit.
Geschwindigkeit und Rechtslage in Deutschland
Download-Geschwindigkeiten sind in der Praxis sehr gut. Auf einer Berliner 1-Gbit-Leitung erreichten wir auf niederländischen und deutschen P2P-Servern bis zu 85 MB/s (≈680 Mbit/s), nahe am Schwarm-Maximum. Nahegelegene Standorte schlagen exotische klar. Niederlande oder Schweiz laufen aus Deutschland zuverlässig schneller als Rumänien oder Island.
Beim Setup ist der Advanced Kill Switch (siehe Sicherheits-Kapitel) Pflicht. Sonst geht bei jedem Verbindungsabbruch deine echte IP an alle Peers im Schwarm raus, mitsamt der deutschen Abmahnungs-Anwaltskanzlei, die du nicht kennenlernen willst. Zusätzlich sollte man in qBittorrent oder Transmission die Netzwerk-Schnittstelle auf den Proton-Adapter einschränken.
Ein Wort zur deutschen Rechtslage. P2P selbst ist nicht illegal, der Upload urheberrechtlich geschützter Dateien sehr wohl. Dafür verschicken die einschlägigen Kanzleien jährlich zehntausende Abmahnungen mit vierstelligen Forderungen an Anschlussinhaber. Ein VPN ohne dokumentierte No-Logs-Politik schützt davor nicht zuverlässig, genau deshalb hat Protons jährlich auditierte Bilanz hier praktischen, nicht nur symbolischen Wert. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt Port Forwarding nur auf Servern außerhalb Deutschlands laufen. Technisch versierte Nutzer mit Docker-Setup fahren mit qBittorrent + Gluetun (stabile NAT-PMP-Integration seit 2023) am saubersten.
Server-Netzwerk im Detail
Wer fürs Torrenting den richtigen Server sucht, wandert sowieso schon in der Server-Liste herum, und die ist groß. Proton VPN betreibt Stand April 2026 rund 20.000 Server in 145 Ländern, die zweitgrößte VPN-Infrastruktur am Markt nach NordVPN. Solche Zahlen wandern gern in Marketing-Headlines und sagen für sich wenig. Spannender ist, wem die Hardware tatsächlich gehört, wo sie steht und wie sich die Kapazität auf Standorte verteilt, die deutsche Nutzer im Alltag brauchen.

Bare-Metal vs. virtuelle Server
Der überwiegende Teil der Proton-Server ist physische Bare-Metal-Hardware, die Proton selbst besitzt und in gemieteten Rack-Bereichen betreibt. Ein kleinerer Teil läuft als „virtuelle Server“ in Ländern, in denen Proton aus politischen Gründen keine eigene Hardware unterbringen will, etwa Pakistan, Vietnam oder Venezuela. Diese Server stehen physisch in einem Nachbarland mit besserer Datenschutz-Lage, geben dem Nutzer aber eine IP des eigentlichen Ziellands. Pragmatisch gelöst, in der App gekennzeichnet, aber tief vergraben.
ExpressVPN setzt im Vergleich fast ausschließlich auf virtuelle Server, NordVPN und Mullvad fahren mit Bare-Metal und RAM-only. Proton liegt dazwischen, mit der Mehrheit auf Bare-Metal, aber ohne konsequente RAM-only-Architektur. Die Secure-Core-Server in Schweden, Island und der Schweiz sind die Ausnahme und gehören Proton komplett. Mehr dazu im Sicherheits-Kapitel weiter oben.
DACH-Standorte im Überblick
| Land | Standorte | Server (ca.) | Streaming | Secure Core |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Berlin, Frankfurt | ~250 | Ja, Plus | Teils, Exit-only |
| Österreich | Wien | ~30 | Ja, Plus | Nein |
| Schweiz | Zürich | ~120 | Ja, Plus | Ja, Entry + Exit |
Die deutschen Server stehen als Bare-Metal in Frankfurt (Equinix FR5) und Berlin. Frankfurt trägt den Streaming-Verkehr mit 10-Gbit-Anbindung, Berlin fungiert als Backup für die Mediatheken. Im Alltag ist das Failover praktisch nahtlos. Österreich und Schweiz haben eigene physische Standorte und werden nicht über deutsche Infrastruktur geroutet. Beim Schweizer Mediatheken-Zugriff merkt man das. Zürich-Server liefern stabilere SRF-Streams als Konkurrenten, die über Frankfurt oder Mailand routen.
Regionale Verteilung
Größenordnungen auf Basis der öffentlichen Server-Liste (Frühjahr 2026); Server-Zahlen schwanken wöchentlich. Speed-Werte aus Berliner Setup.
| Region | Länder | Server (ca.) | Geschwindigkeit aus DE |
|---|---|---|---|
| Westeuropa | 18 | ~5.200 | 700–870 Mbit/s |
| Nordeuropa | 8 | ~1.900 | 600–780 Mbit/s |
| Osteuropa | 14 | ~1.400 | 500–700 Mbit/s |
| Nordamerika | 2 | ~3.800 | 480–612 Mbit/s |
| Lateinamerika | 12 | ~600 | 280–420 Mbit/s |
| Asien-Pazifik | 17 | ~1.200 | 200–390 Mbit/s |
| Naher Osten | 9 | ~280 | 280–410 Mbit/s |
| Afrika | 6 | ~150 | 180–320 Mbit/s |
| Sonstige (Inseln, Kleinstaaten) | 36 | ~870 | variabel |
Bemerkenswert ist der Ausbau in Lateinamerika und Afrika seit 2023. Beide Regionen sind bei NordVPN und ExpressVPN traditionell unterversorgt, hier hat Proton einen konkreten Vorteil für Reisende und Diaspora-Gemeinden. Schwächer wird es im asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japan, Singapur und Hongkong. Wer regelmäßig Server in Vietnam, Indonesien oder Thailand braucht, ist bei NordVPN besser aufgehoben.
Der Streamlined-Server-Streit
Ein Punkt, der in jeder englischsprachigen Community-Diskussion auftaucht und in fast keinem deutschen Testbericht vorkommt: die Einführung der Streamlined Server Lists Ende 2024, der größte produktpolitische Eingriff, den Proton seit Jahren vorgenommen hat. Wer 2026 kauft, sollte die Geschichte kennen.
Was sich geändert hat. Bis Mitte 2024 sah jeder Paid-Nutzer die vollständige Server-Liste, damals rund 5.000 Server in 90 Ländern, und konnte frei durchscrollen. Seit dem Rollout ab Ende 2024 bekommt jeder Nutzer nur noch eine algorithmisch ausgewählte Teilmenge zu sehen. Die Auswahl ist an den Account gekoppelt und plattformübergreifend konsistent. Auf iPhone und Laptop siehst du dieselben Server, dein Nachbar sieht möglicherweise andere.
Protons Begründung stammt aus einem Blogpost vom November 2024. Die App lud bei 15.000 Servern rund 11 MB Serverliste plus 90 MB Auslastungsdaten pro Tag, das ist der Performance-Aspekt. Dazu kommt die Lastverteilung, denn wenn alle Nutzer denselben „günstigsten“ Server sehen, überlastet der sofort. Beispiel waren die Bangladesch-Unruhen 2024. Das dritte Argument betrifft Zensur-Resistenz: Chinesische oder russische Behörden konnten mit einem 9,99-Euro-Account bis 2024 sofort alle Server-IPs auf einmal abgreifen, individualisierte Listen machen das deutlich schwieriger.
Die Kritik. Auf Trustpilot und Reddit ist der Tonfall gemischt bis scharf. Bevorzugte Server sind plötzlich weg. Port-Forwarding-Server für Torrents verschwinden für einzelne Accounts. Docker-Setups stehen vor „Server nicht gefunden“-Fehlern. Ein viel geteilter Kommentar: „Ich habe 10 Dollar pro Monat bezahlt, damit ich den Server frei wählen kann. Jetzt bekomme ich eine Auswahl, die jemand anderes für mich trifft.“ Proton behauptet, alle Server seien weiterhin „für alle“ verfügbar, technisch korrekt und praktisch irreführend. Die Suche-Funktion verlangt exakte Servernamen wie de-fra-92.protonvpn.net, die niemand auswendig kennt, und war zum Rollout auf iOS und Android gar nicht vorhanden.
Einschätzung. Die technische Begründung ist plausibel. Die Kommunikation war es nicht. Ein intransparenter Rollout passt schlecht zu einem Anbieter, der Transparenz zum Kernversprechen zählt. Für Standard-Nutzer im Alltag bleibt das belanglos. Wer individuelle Kontrolle braucht, weicht auf WireGuard-Config-Dateien im Account-Dashboard aus, die nicht betroffen sind. Eine Produktentscheidung, die in der Sache richtig sein mag, in der Umsetzung aber an den eigenen Standards gescheitert ist.
IPv6-Problem
IPv6 ist in Deutschland längst Realität. Telekom, Vodafone und 1&1 stellen Privatkunden seit Jahren auf Dual-Stack-Anschlüsse um, oft sogar mit IPv6 als primärer Routing-Variante. Genau hier zeigt Proton eine seiner unangenehmsten Schwächen, in der englischsprachigen Berichterstattung deutlich offener thematisiert als in der deutschen.
Historisch hat Proton keinen IPv6-Verkehr geroutet, sondern IPv6-Verbindungen auf dem Gerät blockiert, sobald die App verbunden war. Aus Datenschutz-Sicht die richtige Strategie (lieber blockieren als leaken), die NordVPN, ExpressVPN und PIA weiterhin genauso fahren. Im Alltag stört es trotzdem. Manche Webseiten laden langsamer, weil der Browser zuerst vergeblich IPv6 versucht. Lokale IPv6-only-Dienste wie Smart-Home-Hubs, Drucker oder NAS sind bei aktivem VPN nicht mehr erreichbar. Auch einige Gaming-Dienste und Apple-Funktionen wie iCloud Private Relay machen Probleme.
Seit Anfang 2025 rollt Proton schrittweise echte IPv6-Unterstützung aus. Stand Frühjahr 2026: Browser-Extensions, Linux und Android haben IPv6 standardmäßig aktiv, rund 80 Prozent der Server unterstützen IPv6-Tunneling serverseitig. Windows, macOS, iOS blockieren weiterhin, ohne Option zum Aktivieren in der App. Wer darauf nicht warten will, deaktiviert IPv6 auf Betriebssystem-Ebene (für die meisten Heimanwender unproblematisch) oder nutzt manuelle WireGuard-Konfiguration, seit März 2026 liefert Proton IPv6-fähige Config-Files im Dashboard aus. Unterm Strich geht die Strategie in die richtige Richtung, kommt aber spät. Auf den Plattformen, wo die Mehrheit zahlender Kunden sitzt, bleibt der alte Zustand. Eine Ansage zum Zeitplan fehlt.
Apps und Bedienung
Die IPv6-Schwäche zieht sich quer durch alle Plattformen, was zur eigentlichen Geschichte der Proton-Apps führt: Sie sind technisch sauber, aber zwischen den Betriebssystemen ungleich ausgestattet. Vorab das Positive: Native Apps gibt es für Windows, macOS, Linux, iOS, iPadOS, Android und Android TV. Browser-Extensions für Chrome und Firefox kommen dazu, Apple TV und Fire TV ebenfalls. Alle Apps sind Open Source, auf GitHub einsehbar und werden regelmäßig auditiert. Wer wissen will, ob seine VPN-App ihn ausspioniert, kann nachlesen. Die meisten Konkurrenten lassen das nicht zu.

Das App-Design wurde Anfang 2025 generalüberholt: Länder-Auswahl auf einer Weltkarte, Profile für Favoriten, Server-Auslastung im Ampelsystem (grün bis 75 %, gelb bis 90, rot darüber), Quick Connect mit einem Klick. Unaufgeregt funktional, genau richtig für eine App, die im Hintergrund läuft. Wichtiger aber: Der Funktionsumfang ist zwischen den Plattformen nicht identisch. Feature-Parity steht seit zwei Jahren auf der Roadmap und ist nicht erreicht.
Windows
Die am besten ausgestattete Plattform und der Maßstab für alle anderen. Alle Protokolle (WireGuard, OpenVPN UDP/TCP, Stealth), Secure Core, NetShield, Split Tunneling, Port Forwarding, Advanced Kill Switch, Custom DNS, Moderate NAT, alles an Bord. Einzige Lücke ist IPv6 (siehe oben).
macOS
Lange das Sorgenkind im Apple-Lager, inzwischen brauchbar. Split Tunneling kam im Sommer 2025 als Experimental-Feature, mit einer Einschränkung, die ärgerlicher ist, als sie klingt: WebKit-basierte Apps wie Safari laufen darin nicht zuverlässig. Wer Safari aus dem Tunnel ausschließen will (etwa für Banking-Apps mit Apple-Pay-Bestätigungen), muss auf die Browser-Extension ausweichen, eine Krücke. Port Forwarding läuft seit Mitte 2025 als Early Access. IKEv2 wird 2026 entfernt, übrig bleiben WireGuard und OpenVPN.
Linux
Bei Proton aus Versehen die Vorzeigeplattform, vermutlich weil hier sowohl die anspruchsvollsten Nutzer als auch ein Teil des Engineering-Teams sitzen. Als einzige Plattform seit 2025 beide Apps: vollwertige GUI (im VPN-Markt selten) und CLI für Server und Admins. Die GUI bringt Secure Core, NetShield, Kill Switch, Port Forwarding und seit August 2025 Split Tunneling auf Ubuntu, Fedora und Arch. Die Flatpak-Version ist funktional eingeschränkt; empfohlen werden DEB- und RPM-Pakete.
Android
Funktional auf Augenhöhe mit Windows. Split Tunneling (Include- und Exclude-Modus), NetShield, dazu die Tarn-Icon-Funktion, die die App auf dem Homescreen wie eine harmlose Wetter-App aussehen lässt, ernsthaft gemeint für Journalisten und Aktivisten, deren Geräte an Grenzkontrollen durchsucht werden. Den Always-On-Modus aktiviert man in den Android-Systemeinstellungen, was einen Permanent-Kill-Switch ohne Mehrkosten ergibt. Für Datenschutz-bewusste Android-Nutzer die saubere Lösung.
iOS und iPadOS
Die schwächsten Apps im Proton-Ökosystem, ohne Aussicht auf Besserung. Split Tunneling und Port Forwarding fehlen komplett, Tarn-Icons gibt es ebenfalls nicht. Die Hauptverantwortung trägt Apple. iOS lässt Drittanbieter-VPNs nicht sehen, welche Apps installiert sind, was app-basiertes Split Tunneling technisch unmöglich macht. Proton ist allerdings vorzuwerfen, dass das Forum seit Jahren überquillt mit Anfragen, weil deutsche Banking-Apps wie Sparkasse, comdirect oder ING bei aktivem VPN regelmäßig nicht mehr funktionieren. PayPal, AirPlay und CarPlay machen denselben Ärger. Wer iOS-Hauptnutzer ist, trennt und verbindet mehrmals täglich von Hand. Andere Anbieter haben regelbasierte Workarounds gebaut, die einzelne Apps automatisch außerhalb des Tunnels routen. Bei Proton ist davon nichts in Sicht. Immerhin gibt es seit Ende 2025 einen verbesserten Guest Mode für schnelle Verbindungen ohne Login. Das Grundproblem löst er nicht.
Smart TV und Router
Smart-TV läuft über die Apple-TV- und Android-TV-Apps zuverlässig, Fire TV ebenfalls. Für Samsung oder LG muss der VPN auf dem Router konfiguriert werden, native Apps gibt es nicht und werden nicht kommen. Router-Setup per WireGuard- oder OpenVPN-Config ist für AsusWRT, DD-WRT, OpenWRT, pfSense und OPNsense dokumentiert; vorkonfigurierte Router gibt es über die Proton-Partnerschaft mit InvizBox. Power-User finden im Account-Dashboard Config-Files für jeden einzelnen Server, mit umschaltbarem NAT-PMP (Port Forwarding) und Moderate NAT pro Datei, benennbar als Profil. Das fehlt bei NordVPN auch nach mehreren Klicks.
Stealth-Protokoll: funktioniert es in China und Iran?
Außerhalb komfortabler Gegenden steht und fällt Proton mit dem Stealth-Protokoll. Es ist Protons Antwort auf Deep Packet Inspection und VPN-Blockaden in restriktiven Ländern und wird mit dem Versprechen vermarktet, VPN-Verkehr so zu tarnen, dass Zensur-Systeme ihn von normalem HTTPS-Verkehr nicht mehr unterscheiden können. Die technische Umsetzung ist solide. Was das Marketing leiser kommuniziert: In den anspruchsvollsten Zensur-Umgebungen, vor allem in China, ist die Praxis spürbar ernüchternder als die Theorie verspricht.

Wie Stealth funktioniert und wo es verfügbar ist
Das Protokoll kapselt WireGuard- oder OpenVPN-Traffic in eine zusätzliche TLS/SSL-Schicht, identisch zu HTTPS. Es läuft auf Port 443 wie regulärer Web-Traffic, DPI kann „normales“ HTTPS und VPN-Verkehr damit nicht mehr unterscheiden. Theoretisch. In der Praxis erkennen chinesische und iranische Zensur-Systeme obfuskierten VPN-Verkehr inzwischen über Traffic-Muster, Paket-Timing und Metadaten-Analyse. Stealth läuft auf Windows, macOS, Android und iOS. Auf Linux fehlt es komplett, ein viel kritisierter Punkt auf GitHub, weil ausgerechnet technisch versierte Nutzer in China und Iran oft Linux nutzen. Proton hat die Ergänzung angekündigt, ohne Datum.
Erfolgsquote nach Ländern
Synthese aus Community-Berichten (Reddit r/ProtonVPN, GitHub, Proton Observatory), Reisenden-Stichproben und eigenen Tests aus DACH. Zensur-Systeme ändern Erkennungsmuster wöchentlich, belastbare Statistiken gibt es naturgemäß nicht.
| Land | Erfolgsquote | Empfehlung |
|---|---|---|
| China | 30–50 % | Nicht als Hauptlösung, ExpressVPN oder Astrill nehmen |
| Iran | 50–70 % | Teils, Brauchbar für Akut-Schutz, nicht für Dauernutzung |
| Russland | Variabel | Teils, Alternative Routing über Azure oft robuster als Stealth |
| Türkei | 90 %+ | Ja, Zuverlässig (Twitter/X, Signal) |
| VAE | 90 %+ | Ja, Zuverlässig (Signal, WhatsApp-Anrufe) |
| Ägypten | 90 %+ | Ja, Zuverlässig (WhatsApp-Anrufe) |
| Hotel-WLANs / Firmen-Firewalls | 95 %+ | Ja, Sehr zuverlässig |
Zu China: 2023 und Anfang 2024 lief Stealth phasenweise stabil, seit Ende 2024 ist die Erfolgsquote deutlich gefallen. Die offizielle Proton-Doku sagt klipp und klar: „We cannot guarantee that Proton VPN will work in mainland China.“ Auf der Marketing-Startseite taucht dieser Vorbehalt selten auf. Das Nutzer-Feedback entsprechend: „Zwei Wochen stabil, dann tagelang gar nichts.“ ExpressVPN, Astrill und in geringerem Maß NordVPN haben in China seit Jahren deutlich höhere Erfolgsquoten.
Anti-Zensur-Ökosystem
Proton hat um Stealth herum Ergänzungen gebaut. Alternative Routing leitet Login- und Update-Verkehr über Drittanbieter-Clouds wie Microsoft Azure, wenn die Hauptdomain blockiert wird. Das Proton VPN Observatory veröffentlicht Berichte darüber, wo Anmeldezahlen durch politische Ereignisse explodieren, ein Indikator, dass Proton ernsthaft in diesem Feld arbeitet. Für Hochrisiko-Regionen empfiehlt Proton die Kombination aus Stealth, Tor-Over-VPN-Servern und nicht-gelisteten Tor-Bridges, ein Setup für Journalisten und Aktivisten, nicht für Alltagsnutzer.
Empfehlung für deutsche Reisende
- Reise nach China: Installiere Proton NICHT als einzige Lösung. Nimm als Hauptoption ExpressVPN oder Astrill und Proton als Backup. Apps vorher herunterladen, Proton-Account vorher einrichten. Innerhalb Chinas ist die Website oft nicht erreichbar.
- Reise nach Iran, Russland, VAE oder Türkei: Proton mit aktiviertem Stealth ist eine brauchbare Wahl, aber niemals als Monokultur. Zwei VPN-Anbieter auf dem Gerät, einer davon spezialisiert auf Zensurumgehung, ist die sichere Strategie.
- Innerhalb DACH: Stealth gegen VPN-feindliche Firmen-Firewalls oder Hotel-WLANs funktioniert zuverlässig und gehört zu den besseren Mechanismen im Markt.
Technisch ist Stealth gut gemacht, gegen staatliche Zensur der höchsten Stufe aber unzuverlässig, was Proton in der Doku ehrlich kommuniziert, im Marketing weniger.
Support
Wenn auf Reisen oder zu Hause irgendetwas nicht so läuft wie es soll, landet man im Support, und genau dort hat Proton VPN jahrelang seine unangenehmste Erfahrung versteckt. Tickets blieben tagelang unbeantwortet, einen Live Chat gab es schlicht nicht, und wer Antworten in der Knowledge Base suchte, fand eine Wüste. Diese Beschreibung gilt heute nicht mehr. Mit dem Wechsel auf Zendesk, der Einführung des Live Chat 2024 und einer kontinuierlich besser gewordenen Dokumentation hat Proton sich vom Schlusslicht ins solide Mittelfeld gearbeitet. An die 24/7-Verfügbarkeit der großen Konkurrenten reicht es nicht heran, und das ist die ehrliche Restkritik.
Live Chat und Tickets
Live Chat gibt es seit 2024, aber nur für Paid-Nutzer (viele deutsche Testberichte haben das nicht mitbekommen). Echter Ein-zu-Eins-Chat auf Zendesk-Infrastruktur, verfügbar 9:00 bis 24:00 Uhr MEZ, also nicht 24/7 wie bei NordVPN oder ExpressVPN. Nachts um drei muss man auf Tickets ausweichen: Kontakt über das Support-Formular oder per E-Mail an [email protected]. Aus unseren Testanfragen und Community-Berichten: ein bis vier Stunden für einfache Fragen, 12 bis 48 Stunden für komplexere Probleme. Deutlich schneller als die historischen 24- bis 72-Stunden-Werte, aber langsamer als Konkurrenten mit 24/7-Chat.
Kein Telefon-Support: Vorsicht vor Phishing
Telefon-Support gibt es nicht, und das ist ein Sicherheitsthema: Jede Website, Google-Anzeige oder E-Mail mit einer „Proton-Support-Nummer“ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Phishing-Versuch. Betrüger inserieren seit Jahren auf Suchbegriffe wie „proton vpn support number“ und greifen am Telefon Zugangsdaten ab. Proton warnt explizit auf der Support-Seite; einzige Ausnahme sind vorab gebuchte Business-Support-Calls über das Firmen-Konto.
Knowledge Base und Community
Die Knowledge Base hat hunderte Anleitungen, technisch detailliert und ehrlich, mit Kommandozeilen-Beispielen für Linux, Config-Files für OPNsense und NAT-PMP-Skripten. Viele Probleme lassen sich damit ohne Support-Kontakt lösen. Community läuft auf Reddit (r/ProtonVPN), UserVoice und einem Proton-eigenen Discord; Proton-Mitarbeiter antworten regelmäßig unter offiziellem Account. Das Bug-Bounty-Programm zahlt Sicherheitsforschern je nach Schweregrad mehrere Hundert bis mehrere Tausend Franken pro Fund.
Was fehlt
Ein dedizierter deutschsprachiger Support fehlt. Anfragen laufen über englischsprachige Teams in Taiwan, Nordmazedonien und der Schweiz. Wer auf Deutsch schreibt, bekommt auch eine deutsche Antwort, sie ist aber erkennbar übersetzt und liegt zeitlich rund 4 bis 8 Stunden hinter der englischen Bearbeitung. Praxistipp aus den Community-Threads: Tickets direkt auf Englisch verfassen, das spart einen vollen Bearbeitungstag und reduziert Übersetzungsfehler bei technischen Begriffen wie Port Forwarding oder Split Tunneling.
Garantierte Reaktionszeiten für Privatkunden gibt es ebenfalls nicht, nur für Business-Verträge. Beides ist im Konsumenten-Markt branchenüblich, bei einem Anbieter mit Premium-Anspruch aber unangenehm. Zum Vergleich: NordVPN und ExpressVPN bieten 24/7-Live-Chat in mehreren Sprachen, Mullvad gar keinen Support außer per E-Mail, fühlt sich aber durch Preis und Positionierung weniger nach Lücke an.
Häufige Fragen zu Proton VPN
Ist Proton VPN wirklich kostenlos?
Ja, dauerhaft und ohne Datenlimit. Der Free-Plan läuft auf Servern in zehn Ländern und nutzt dieselbe Verschlüsselung wie der Bezahltarif. Werbung und Tracking gibt es nicht. Was wegfällt: garantierter Streaming-Zugriff, P2P-Erlaubnis, Mehrgerätenutzung und die freie Server-Wahl. Für eine sichere Verbindung im Hotel- oder Café-WLAN reicht das erstaunlich weit.
Wo hat Proton VPN seinen Sitz?
In Genf, Schweiz. Die Schweiz gehört keiner der Five-, Nine- oder Fourteen-Eyes-Allianzen an, und IP-Adressen gelten dort als personenbezogene Daten. Seit Juni 2024 ist die gemeinnützige Proton Foundation Mehrheitsaktionärin der Proton AG. Im Stiftungsrat sitzen unter anderem Andy Yen und Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web.
Ist Proton VPN sicher?
Ja, technisch wie juristisch eines der best abgesicherten Angebote auf dem Markt. Verschlüsselt wird mit AES-256 oder ChaCha20, gepaart mit WireGuard und einem zweistufigen Kill Switch. Eigene DNS-Server im Tunnel verhindern Leaks, die Hardware steht als Bare-Metal in der Schweiz. Sämtliche Apps liegen quelloffen auf GitHub und werden regelmäßig auditiert. Der einzige offene Punkt ist die fehlende Post-Quantum-Verschlüsselung, an der Proton laut Roadmap arbeitet.
Speichert Proton VPN Daten?
Nein. IP-Adressen werden nicht gespeichert, Verbindungs-Metadaten und besuchte Webseiten ebenfalls nicht. Die No-Logs-Politik wurde zuletzt im August 2025 von der polnischen Sicherheitsfirma Securitum bestätigt, das vierte unabhängige Audit in Folge. Der Bericht ist als PDF frei einsehbar. Aus der VPN-Sparte wurden bisher null Verbindungsdaten an Behörden herausgegeben, einfach weil keine vorhanden sind.
Ist Proton VPN in Deutschland legal?
Ja, VPN-Nutzung ist in Deutschland uneingeschränkt legal. Strafbar wird erst, was du über die Verbindung tust, etwa der Upload urheberrechtlich geschützter Dateien beim Torrenting. Proton VPN selbst inklusive Free-Plan, Bezahltarife und anonymer Bezahlung per Bitcoin oder Bargeld bewegt sich vollständig im Rahmen des Telekommunikations- und Datenschutzrechts.
Funktioniert Proton VPN mit Netflix?
Ja, mit dem Bezahltarif zuverlässig. Netflix US, UK, DE, Japan und Frankreich laufen stabil über die Plus-Server, exotische Bibliotheken wie Brasilien oder Korea brauchen oft einen Server-Wechsel. Mit dem Free-Plan klappt Netflix nur sporadisch, weil die Free-IPs auf Netflix-Sperrlisten stehen. Auch Disney+, Prime Video, BBC iPlayer und die deutschen Mediatheken funktionieren auf den Plus-Servern.
Funktioniert Proton VPN in China?
Eingeschränkt. Das Stealth-Protokoll umgeht die Great Firewall in 30 bis 50 Prozent der Versuche, Proton selbst gibt keine Garantie. Wer dauerhaft auf chinesische Zensurumgehung angewiesen ist, sollte ExpressVPN oder Astrill als Hauptlösung wählen und Proton höchstens als Backup mitnehmen. In Iran, der Türkei und den VAE liegt die Erfolgsquote dagegen bei über 90 Prozent.
Wie kündige ich Proton VPN?
Innerhalb der ersten 30 Tage über die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Per Support-Ticket oder Live-Chat kontaktieren und ausdrücklich einen „full refund“ verlangen, sonst erstattet Proton laut AGB nur anteilig. Nach Ablauf der Garantie kündigst du im Account-Dashboard durch ein Downgrade auf Free. Eine Sonderkündigung außerhalb der 30 Tage gibt es nicht. Das Abo läuft bis zum Vertragsende und verlängert sich danach automatisch, wenn du das Downgrade nicht setzt.
Für wen lohnt sich Proton VPN?
Wer bis hierhin gelesen hat, sieht das Bild: Proton ist kein Universalwerkzeug, sondern eine bewusste Entscheidung. In manchen Disziplinen ist es besser als jeder andere Anbieter, in anderen liegt es solide im Mittelfeld. Bei einem Punkt, China, schafft es schlicht nicht, was es verspricht. Die folgende Übersicht sortiert das Bild, erst im direkten Vergleich mit den großen Konkurrenten, dann nach Anwendungsfall.
Proton VPN im Vergleich mit NordVPN, ExpressVPN und Mullvad
| Kriterium | Proton VPN | NordVPN | ExpressVPN | Mullvad |
|---|---|---|---|---|
| Preis 2-Jahres-Abo | 2,99 € / Monat | 3,09 $ / Monat | 4,99 $ / Monat | 5 € / Monat (flat) |
| Free-Plan | Ja, Unlimitiert, 10 Länder | Nein | Nein | Nein |
| Sitz | Schweiz | Panama | Britische Jungferninseln | Schweden |
| 14-Eyes-Distanz | Ja, Außerhalb | Ja, Außerhalb | Ja, Außerhalb | Teils, EU-Land |
| Speed (nahe Server) | ~870 Mbit/s | ~920 Mbit/s | ~830 Mbit/s | ~750 Mbit/s |
| No-Logs-Audits | 4× Securitum | 6× (4× Deloitte) | 20+ Audits | 1× Cure53 |
| Server-Modell | Bare-Metal, Full-Disk-Encryption, Eigentum | RAM-only | TrustedServer (RAM) | RAM-only |
| Open-Source-Apps | Ja, Komplett | Teilweise | Nein | Ja, Komplett |
| Post-Quantum-Encryption | Offen, In Entwicklung | Ja, Live (NordLynx) | Ja, Live (Lightway) | Ja, Live (WireGuard) |
| Anonyme Bezahlung | Ja, Bitcoin, Bargeld | Teils, Krypto, kein Bargeld | Teils, Krypto | Ja, Bargeld, Krypto, Account ohne E-Mail |
| China-Funktionalität | Nein, 30–50 % | Teils, Mittel | Ja, Stabil | Nein |
| Streaming (Netflix, BBC, ARD) | Ja, Sehr gut | Ja, Sehr gut | Ja, Sehr gut | Teils, Eingeschränkt |
| Gleichzeitige Geräte | 10 | 10 | 8 | 5 |
Mullvad bleibt die radikalste Datenschutz-Wahl, weil dort kein Account und kein Newsletter im Weg stehen und das Tracking komplett fehlt. Streaming und einen Free-Plan gibt es dafür nicht, dazu sitzt das Unternehmen im EU-Rechtsraum. Den schnellsten Allrounder mit dem rundesten Produkt liefert NordVPN. Wer dauerhaft durch chinesische Zensur muss, greift zu ExpressVPN. Proton gewinnt in keiner dieser Disziplinen einzeln. Was bleibt, ist die Kombination aus juristischer Absicherung über Schweizer Sitz und Stiftung, nachprüfbarer Transparenz dank Open Source, mehrjähriger Audit-Historie und eigener Hardware, dazu ein Free-Plan, der nicht als Köder konstruiert ist. Diesen Markt-Slot besetzt sonst niemand.
Empfohlen für
Erste Wahl für Journalisten, Aktivisten, Anwälte und Whistleblower. Bei Bedrohungsmodellen, in denen staatliche Akteure oder Quellenschutz eine Rolle spielen, gibt es derzeit keinen belastbareren Anbieter. Die Kombination ist im Markt einmalig: Schweizer Rechtsstandort und übernahmesichere Stiftung auf der einen Seite, vier Jahre öffentlich auditierte No-Logs-Bilanz, Bare-Metal-Hardware in eigener Hand und Secure Core auf der anderen. Einzige echte Leerstelle bleibt die fehlende Post-Quantum-Verschlüsselung.
Sehr gut für Datenschutz-Bewusste mit Privat-Nutzung. Das sauberste Komplettpaket auf dem Markt zu konkurrenzfähigem Preis. Wer ohnehin Proton Mail oder Drive nutzt, fährt mit Unlimited deutlich günstiger als mit Einzelabos; Pass und Calendar als Beigabe reichen in den meisten Fällen aus, um die jeweilige Konkurrenzlösung abzulösen.
Gut für Streamer mit Fokus auf westliche Inhalte. Netflix, Disney+, Prime Video, BBC iPlayer und die deutschen Mediatheken laufen zuverlässig, was im Markt nicht selbstverständlich ist und Proton für DACH-Reisende attraktiv macht. RTL+ oder WOW vorher mit der 30-Tage-Garantie testen.
Gut für Torrenter auf Desktop. Echtes Port Forwarding auf Windows, Linux und seit 2025 macOS, P2P-Server in über 90 Ländern, Schweizer No-Logs-Bilanz mit praktischem Wert in Deutschland. Auf iOS und Android kein Port Forwarding, wer mobil torrentet, verschenkt Performance.
Nicht geeignet für
Eingeschränkt für iOS-only-Nutzer. Apples Plattform-Restriktionen drücken den Funktionsumfang spürbar nach unten. Split Tunneling fehlt, Port Forwarding auch, und das Tarn-Icon der Android-App gibt es ebenfalls nicht. Banking-Apps wie die der Sparkasse, AirPlay und CarPlay erzwingen regelmäßig manuelles Trennen. Hauptverantwortung trägt Apple, das Erlebnis bleibt trotzdem hinter Windows oder Android zurück.
Nicht geeignet für China-Reisende. Stealth schafft 30 bis 50 Prozent der Verbindungen, Proton gibt keine Garantie. Wer dauerhaft auf China angewiesen ist, nimmt ExpressVPN, Astrill oder NordVPN als Hauptlösung und Proton höchstens als Backup.
Nicht ideal für Gigabit-Haushalte, die das letzte Mbit wollen. NordVPN ist auf nahen Servern rund 50 Mbit/s schneller. Im Alltag merkt das niemand. Bei großen Downloads und auf Speedtest-Screenshots schon.
Nicht nötig für Gelegenheits-Geoblocking. Wer einmal im Monat eine US-Netflix-Serie nachschauen will, ist mit Surfshark oder, ehrlich gesagt, mit dem Free-Plan von Proton selbst besser bedient als mit einem Premium-Abo, das er nicht nutzt.
In einem Satz:
Proton VPN ist das beste VPN für alle, denen Datenschutz technisch und rechtlich nachweisbar wichtig ist, und die falsche Wahl, wenn das Hauptproblem hinter der chinesischen Firewall liegt, der Speedtest über die Kaufentscheidung bestimmt oder der Preis am Ende die einzige Spalte ist, in der gerechnet wird. Die meisten Nutzer in DACH dürften sich in der ersten Hälfte dieses Satzes wiederfinden.
Malte ist in Berlin aufgewachsen und hat nach einem Umweg über die Betriebswirtschaft seine wahre Leidenschaft im Schreiben gefunden. Seit 2021 berichtet er als freier Autor über alles, was mit dem digitalen Alltag zu tun hat, von smarten Gadgets über nützliche Tools bis hin zu der Frage, wie man sich online besser zurechtfindet. Malte mag es unkompliziert: Er schreibt so, wie er auch einem Freund etwas erklären würde. Wenn er nicht an einem Artikel sitzt, kocht er viel zu aufwendig für unter der Woche oder verliert sich in Podcasts über Geschichte.




